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Frühgeborenen-Retinopathie

Kommen Kinder vor der 32. Schwangerschaftswoche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1,5 Kilogramm zur Welt, könne sie an einer Frühgeborenen-Retinopathie erkranken. Dabei handelt es sich um eine Netzhautschädigung aufgrund einer gestörten Blutgefäßentwicklung der Netzhaut. Zumeist heilen die Symptome aus, doch zwischen 5 und 10% der erkrankten Kinder erblinden.


Frühgeborenen-Retinopathie

Kommen Kinder vor der 32. Schwangerschaftswoche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1,5 Kilogramm zur Welt, können sie an einer Frühgeborenen-Retinopathie erkranken. Dabei handelt es sich um eine Netzhautschädigung aufgrund einer gestörten Blutgefäßentwicklung der Netzhaut. Zumeist heilen die Symptome aus, doch zwischen 5 und 10% der erkrankten Kinder erblinden.


Was ist eine Frühgeborenen-Retinopathie?

Von Frühgeborenen-Retinopathie spricht man, wenn sich bei Frühgeborenen (vor der 32. Schwangerschaftswoche), die ein Gewicht unter 1.500 Gramm aufweisen, Gefäßwucherungen im Netzhautgewebe gebildet haben.

Das kommt in schwacher Form relativ häufig vor. Schwere Formen sind eher selten, können aber zu einer Narbenbildung führen. Die Folgen gehen von Kurzsichtigkeit bis zu Erblindung durch die spätere Netzhautablösung.

Das Risiko für die zu früh geborenen Kinder an einer Retinopathie zu erkranken steigt je geringer das Geburtsgewicht ist. Heute sind die Behandlungsmöglichkeiten aufgrund einer frühen Diagnoseerstellung (Vorsorgeuntersuchungen) sehr gut.


Die Ursachen für eine Frühgeborenen-Retinopathie

Bei einer Frühgeborenen-Retinopathie ist die Netzhaut nicht vollständig ausgebildet. Erst spät in der Schwangerschaft beginnt sie sich zu entwickeln und erst kurz vor dem Geburtstermin ist sie vollständig entwickelt. Das Problem bei einem zu früh geborenen Kind ist der zu hohe Sauerstoffpartialdruck im Blut durch die eventuelle künstliche Beatmung.

Was bedeutet: ein hoher Sauerstoffpartialdruck sorgt für eine hohe Sauerstoffsättigung im Blut was wiederum zu einer Blockierung der Ausreifung der Netzhaut führen kann. Denn wenn das hohe Sauerstoffangebot wegen der eigenständigen Atmung des Säuglings vermindert wird, kommt es zu oft zahlreichen Gefäßwucherungen an der Netzhaut. Diese können in den Glaskörper hineinwachsen, auch Blutungen ins Augeninnere sind möglich. Im schlimmsten Fall bilden sich bindegewebige Membranen, die können sich zusammenziehen und im Verlauf kann sich die Netzhaut vom Augenhintergrund ablösen.

Beobachtungen besagen: bei einem Geburtsgewicht von unter 1000 Gramm steigt das Risiko enorm, jedes 5. Kind ist von der Erkrankung betroffen, davon erblindet jedes vierte.


Welches sind die Symptome und wie verläuft eine Frühgeborenen-Retinopathie?

Neugeborene können die Symptome der Frühgeborenen-Retinopathie noch nicht fühlen oder sie beschreiben. Darum sind die regelmäßigen augenärztlichen Untersuchungen der Frühchen auch von solcher Wichtigkeit.

Der Augenfacharzt kann nur über eine Augenspiegelung (Ophtalmoskopie) auf die Netzhaut des Babys schauen, was in dem frühen Alter des Kindes oft ein wenig schwierig ist. Zwar ist die Untersuchung ob der vorher eingebrachten betäubenden Augentropfen schmerzlos, doch das Auge muss mittels Lidsperre oder Lidhaken geöffnet gehalten werden, worauf die Kleinen mit Protest reagieren können.

Die Prognose für eine Frühgeborenen-Retinopathie ist gut, denn in den meisten Fällen bildet sich die Erkrankung in den ersten Lebensmonaten spontan zurück. Verschlechterungen sind eher selten, doch die Folgen sind starke Kurzsichtigkeit und in späteren Jahren eine Ablösung der Netzhaut mit nach sich ziehender, möglicher Erblindung.


Die richtige Behandlung bei einer Frühgeborenen-Retinopathie

Behandlung: Koagulationstherapie, Laser, operative Eingriffe
Eine Therapie ist wegen der spontanen Rückbildung der Schäden an der Netzhaut meist nicht nötig. Ansonsten hängt sie von der Schwere der Netzhautschädigung ab. Ist die Ausprägung der Retinopathie im Zentrum der Netzhaut mittelstark, kann sie durch eine sogenannte Koagulationstherapie durch eine Vereisung behoben werden.

Auch eine Behandlung mittels Lasers und unter Vollnarkose ist möglich, damit wird die erst genannte Therapie auch immer mehr abgelöst. Ist die Schädigung sehr stark, helfen oft nur operative Eingriffe, wie eine eindellende Operation oder eine Operation des Glaskörpers (manchmal auch miteinander kombiniert).

Studien zufolge sind die Behandlungsergebnisse durchaus positiv, eine Erblindung kann sehr oft verhindert werden. Komplikationen sind eher selten. Doch ist es bei einer schweren Erkrankung trotz modernster Operationstechniken nicht möglich, eine sehr gute Sehkraft zu erreichen. Diese bleibt trotz allem zumeist stark eingeschränkt.


Kann man vorbeugen?

Durch die seit 1999 bei allen früh geborenen Kindern mit einem Gewicht unter 1,5 Kilogramm durchgeführte Screening-Untersuchung kann eine Retinopathie entweder ausgeschlossen oder frühzeitig (schon nach wenigen Wochen) erkannt werden und damit das Sehvermögen der Babys erhalten bleiben.

Ein weiterer Pluspunkt: der Sauerstoffgehalt während der künstlichen Beatmung der Risiko- Frühchen wird sehr genau überwacht. Das ist gar nicht einfach, denn einerseits ist ein zu hoher Sauerstoffpartialdruck Auslöser für eine unterentwickelte Netzhaut, andererseits kann wegen einer zu niedrigen Sauerstoffsättigung die Lunge geschädigt werden. Darum muss der Sauerstoffpartialdruck im Blut des zu beatmenden Kindes genau angepasst und ständig überwacht werden.


Informationen

Zur Erkrankung Frühgeborenen-Retinopathie gibt es gute Lektüre bei allen Augenfachärzten oder in Augenkliniken, Geburtskliniken, u.s.w..
Zu neuen Erkenntnissen in der Augenheilkunde, Operationstechniken und deren Ergebnissen sowie Früherkennungsmaßnahmen finden sich auch im Internet zahlreiche informative Plattformen.


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