Wenn der Fettstoffgehalt im Blut eines Menschen über das normale Maß ansteigt, spricht man von einer Fettstoffwechselstörung. Medizinisch lautet der Begriff: erhöhter Blutfettspiegel. Oft zeigt eine Fettstoffwechselstörung jahrelang keine Symptome, sie kann jedoch zu schweren Erkrankungen wie Herzinfarkten aufgrund von Fettablagerungen in den Gefäßen kommen.
Was sind Fettstoffwechselstörungen?
Die Fette sind die wichtigsten Energielieferanten des menschlichen Körpers und werden als Lipide bezeichnet. Entweder werden sie dem Körper durch Nahrung zugeführt oder der Körper bildet sie selbst.
Triglyceride und Cholesterin sind die beiden wichtigsten Fette – sie werden in der Leber produziert oder über tierische Nahrungsmittel dem Körper zugeführt.
Der Transport zu den Organen und dem Gewebe wird vom Blut vom Darm oder der Leber aus übernommen. Steigt nun der normale Fettspiegel an, können verschiedene Erkrankungen entstehen.
Die Ursachen für eine Fettstoffwechselstörung
In der Regel liegt die Ursache für Fettstoffwechselstörungen an einem vermehrten Lipoproteingehalt (für den Transport der Fette im Blut bestimmte Eiweiße). Unterschieden werden primäre und sekundäre Formen.
Primäre Fettwechselstörungen werden durch einen Gendefekt ausgelöst, treten gehäuft familiär auf und werden in Typen I bis V unterschieden.
Den sekundären Fettstoffwechselstörungen liegen bestimmte Erkrankungen zugrunde. Auslösende Erkrankungen können sein:
- Diabetes mellitus
- Übergewicht, Adipositas
- Metabolisches Syndrom (Kombinationserkrankung – Bluthochdruck, Übergewicht, Blutfetterhöhung und Zuckerkrankheit)
- Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Schilddrüsenunterfunktion
- Lebererkrankung oder Eiweißverlustniere
- Fettreiche Ernährung
- Übermäßiger, regelmäßiger Alkoholkonsum
- Einnahme von Medikamenten wie die Antibabypille oder Kortikoide
Sekundäre Fettstoffwechselstörungen lassen sich in den meisten Fällen durch eine Ernährungsumstellung oder dem Absetzen des auslösenden Medikamentes heilen.
Die Symptome einer Fettwechselstörung
Es zeigen sich in den meisten Fällen keine Symptome einer Fettstoffwechselstörung, nur bei genetisch bedingter Erkrankung treten kleine orange-gelbe Knötchen an den Ohren, Augen, Ellbogen, Knien oder den Zwischenfingerräumen auf.
Da Fettstoffwechselstörungen schwere Erkrankungen zur Folge haben können, ist es sinnvoll, die Blutwerte ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Je früher eine Fettstoffwechselstörung erkannt wird, desto besser kann man den Folgen entgegenwirken.
In vielen Apotheken ist es möglich, seine Blutfettwerte kontrollieren zu lassen.
Die Behandlung bei Fettstoffwechselstörungen
Behandlung: Allgemeine Maßnahmen, Medikamente, Blutwäsche
Es gibt einige nicht verschreibungspflichtige Mittel gegen Fettstoffwechselstörungen, doch sollte auf deren Wirkstoffe nicht allzu viel an Erwartung gesetzt werden.
Knoblauch oder Artischockenblätter können vorbeugend eingesetzt werden. Doch gelten in erster Linie folgende Maßnahmen:
- Abbauen von Übergewicht
- Fett- und cholesterinarme Ernährung, Beispiel Fisch und Geflügel, mageres Fleisch. Pflanzliche Öle wie Olivenöl verwenden.
- Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Getreide, Brot oder Kartoffeln sowie Gemüse, Salat oder Rohkost
- Vermieden werden sollten: Butter, Sahne, Eigelb, fette Fleisch- Wurst- und Fischsorten, fettreiche Milchprodukte, Nüsse, Süßwaren
- Die Lebensmittel schonend zubereiten – garen ist fettärmer als braten
- Alkohol nur in Maßen
- Regelmäßige körperliche Bewegung in Form von Ausdauersport
- Der Verzicht auf Nikotin
Helfen alle Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, Bewegung und Nikotin- und Alkoholverzicht nicht den Blutfettspiegel zu senken, werden Medikamente wie Cholesterin-Synthese-Hemmer oder Anionenaustauscherharze angewendet.
Zumeist führt eine Diät in Kombination mit Medikamenten zu einer Reduzierung des Cholesteringehaltes im Blut von 20 - 40 %. In schweren Fällen wird eine Blutwäsche zu Cholesterinentfernung durchgeführt.
Kann man Fettstoffwechselstörungen vorbeugen?
Mit einem gesunden Lebensstil kann einer Fettstoffwechselstörung am besten vorgebeugt werden. So gelten ausreichende Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin als empfehlenswert.
Vorsorgeuntersuchungen mit Blutkontrollen sollten ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig vorgenommen werden.
Weitere Informationen zu Fettstoffwechselstörungen
In den Apotheken (eine Liste aller österreichischen Apotheken befindet sich auf unserem Gesundheitsportal) erhält man einige nicht verschreibungspflichtige Medikamente gegen Fettstoffwechselstörungen.
Die Apotheker beraten dahingehend ausführlich. Abzuraten ist von der Einnahme von Medikamenten, ohne vorher mit dem Arzt gesprochen zu haben.