Die Diphtherie wird durch ein toxinbildendes Bakterium, das Corynebacterium diphteriae, durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Diphtherie kann ob der möglichen toxischen Verläufe (Bsp. Herzmuskelentzündung, Lähmung) lebensbedrohend sein, ist gegenwärtig allerdings durch Schutzimpfung und Antibiotika weniger gefährlich als in der Vergangenheit.
Diphtherie
Die Diphtherie wird durch ein toxinbildendes Bakterium, das Corynebacterium diphteriae, durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen. Diphtherie kann ob der möglichen toxischen Verläufe (Bsp. Herzmuskelentzündung, Lähmung) lebensbedrohend sein, ist gegenwärtig allerdings durch Schutzimpfung und Antibiotika weniger gefährlich als in der Vergangenheit.
Was ist Diphtherie?
Verursacht wird die Diphtherie durch das Bakterium Corynebacterium diphteriae. Durch die vom Erreger produzierten Toxine (Gifte) werden die Zellmembranen geschädigt oder gar zerstört. Entzündet ist lokal der Nasen-Hals-Rachenraum, doch die Toxine wirken sich auch auf Organe wie das Herz, die Leber oder die Nieren aus und sind darum besonders gefährlich. Das Gewebe der entzündeten Stellen kann im schlimmsten Fall absterben.
Eine Ansteckung mit Diphtherie ist in Deutschland selten geworden, meist wird die Erkrankung vom Ausland eingeschleppt. 2007 gab es laut WHO rund 4.000 Diphtheriefälle weltweit, hauptsächlich wurden Erkrankungen aus Indonesien, Haiti und Afghanistan gemeldet. Betroffen sind Kinder aber auch Erwachsene gleichermaßen.
Ursache und Übertragung des Erregers
Das Bakterium Corynebacterium diphteriae ist verantwortlich für eine Diphtherieerkrankung. Doch nicht das Bakterium an sich ist gefährlich, sondern das Toxin (Gift) welches der Erreger bildet. Es kommt zu Schädigungen oder gar dem Absterben der infizierten Zellmembranen und das Toxin kann sich auf lebenswichtige Organe ausbreiten.
Die Infektionsquelle befindet sich in Form von Sekret in Nase, Rachen, Wunden, der Haut und den Augen. Die Infektion findet durch Tröpfchen (durch Niesen, Husten) oder direkten Kontakt (Hautdiphtherie) statt.
Ist der Erreger in Wunden oder Sekreten nachweisbar, besteht höchste Ansteckungsgefahr. Die Inkubationszeit beträgt 4 – 6 Tage, in seltenen Fällen bis acht Tage.
Die Symptome von Diphtherie
Hauptsächlich sind von den Diphtherie Symptomen der Rachen-Mandelraum, seltener Nase, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien betroffen.
Am Beginn der Erkrankung stehen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und leichtes Fieber (bis zu 39°). Im Verlauf kommt es zu auffälligen Atemgeräuschen, Heiserkeit, Lymphknotenschwellungen und zu Lähmungen des Gaumensegels. Die Erkrankung gipfelt in eine Hals- Mandelentzündung, erkennbar durch weißlich-graue sog. Pseudomembranen. Diese können sich im gesamten Gaumen ausbreiten und auch das Gaumenzäpfchen, seltener auch den Kehlkopf betreffen. Keinesfalls darf man diese Membranen selbst entfernen, es können mitunter gefährliche Blutungen auftreten.
Charakteristisch für die Diphtherie ist ein süßlicher Mundgeruch, den man schon bei einem relativ weiten Abstand reichen kann. Bei Kleinkindern tritt zumeist die nasale Diphtherie auf, die sich durch einen Ausfluss aus der Nase kennzeichnet. Dominierend bei der Kehlkopfdiphtherie sind anfangs starke Heiserkeit und Husten und die Hautdiphtherie kommt hauptsächlich in den Tropen vor. Hier infizieren sich die Erkrankten über die Haut (Verletzungen).
Weiters gibt es die Bindehautdiphthterie, wobei es in diesen Fällen zu blutigen, wässerigen Absonderungen der Augenbindehaut kommt, ebenso bilden sich an der Augenbindehaut Membranen und auch die Hornhaut kann befallen werden. Ist die Erkrankung Diphtherie fortgeschritten, tritt eine gleichzeitige Entzündung der oberen Atemwege und Bronchien auf.
Die schwerste, oft lebensbedrohende Form der Diphtherie ist die Toxische Diphtherie. Dabei treten zu den bereits erwähnten Symptomen noch Kreislaufprobleme und die Neigung zu Blutungen auf, es kann zu Schäden an Nieren, Herzmuskel, Nerven und Leber kommen und im schlimmsten Fall mit dem Tod durch Herzversagen oder einer Atemlähmung enden.
Das Krankheitsbild ist also sehr unterschiedlich, doch durch die immer auftretenden Pseudomembranen relativ leicht zu diagnostizieren. Ein Abstrich der Beläge unter den Membranen (aus dem Rachenraum, Nase, etc.) wird im Labor auf den Erreger hin untersucht. Diese Untersuchung dauert einige Tage, deshalb wird bei Verdacht auf eine Erkrankung mit der Behandlung sofort begonnen. Eine Diphtherieerkrankung ist meldepflichtig.
Die Behandlung und der Verlauf der Diphtherie, Folgeprobleme
Gibt es einen Verdacht auf Diphtherie, ist sofort mit der Therapie zu beginnen. Maßnahmen sind:
- der Patient wird isoliert
- Verabreichung Diphtherie-Antitoxin (Gegengift) - sitzt allerdings das Erreger-Toxin schon an den Zellen fest, kann ein Antitoxin nichts mehr bewirken
- Verabreichung von Antibiotika (z.B. Penicillin)
- bei sehr starker Schwellung der Luftröhre wird der Patient unterstützend künstlich beatmet
- ständige Überwachung des Patienten um Komplikationen frühzeitig erkennen zu können
Wenn sich die Membranen an den Mandeln, dem Gaumen, dem Gaumenzäpfchen oder der Nasenschleimhaut schnell ausbreiten, ist ein schwerer Verlauf der Krankheit zu erwarten.
Den Betroffenen geht es sehr schlecht, sie haben Fieber, husten und erbrechen sich möglicherweise.
Wenn Komplikationen auftreten, wie neurologische Störungen (Beispiel Lähmungen) verlängert sich die Rekonvaleszenz.
Es ist unbedingt erforderlich, einen Arzt zu konsultieren. Nur ein schneller Therapiebeginn verhilft zu einem raschen Genesungsverlauf. Der Arzt entscheidet, ob ein Patient in häuslicher Pflege betreut werden kann oder ein Krankenhausaufenthalt (meist vorzuziehen) sinnvoll ist.
In der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart sind tödliche Verläufe der Diphtherie selten geworden.
Da die Folgen einer unbehandelten Diphtherie-Erkrankung äußerst schwer sein und von bleibenden Herz-, Leber-, oder Nierenschäden bis zum Tod führen können, ist es müßig, noch einmal auf die unbedingte medizinische Versorgung hinzuweisen.
Kann man vorbeugen?
Vorbeugen kann man mit einer Diphtherie-Schutzimpfung. Durch die daraus resultierende Immunität sind die Geimpften vor einer Erkrankung gut geschützt, können aber Träger und dadurch Überträger des Erregers sein.
Kleine Kinder (ab dem dritten Lebensmonat) bekommen einen eigenen Impfstoff (DT, Kombinationsimpfstoff, drei Impfungen sind vorgesehen) verabreicht, ab dem Schulkindalter sollte der Erwachsenen-Impfstoff angewendet werden. Oft wird der Diphtherie Impfstoff mit der Tetanusimpfung kombiniert.
Auch gibt es Dreifachkombinationen (Diphtherie-Tetanus-Pertussis*) oder Vierfachkombinationen (Diphtherie-Tetanus-Pertussis*-Polio*). Eine Impfung ist allen Menschen zu empfehlen, am besten schon im Kindesalter. Außerdem sollten sich spezielle Risikogruppen wie medizinisches Personal, Bedienstete im Bundesgrenzschutz oder Urlauber, die in ein Diphtherie-Risiko-Land reisen wollen. An Diphtherie Erkrankte sind zu isolieren, am besten stationär, und von medizinischem Personal mit aktuellem Diphtherie-Impfschutz zu behandeln.
Informationen
Es gibt zahlreiches Informationsmaterial über die Erkrankung Diphtherie. Gute Bücher und reichlich Infos im Internet helfen sicher weiter. Auch Informationen zum wichtigen Thema Impfung oder nicht, wie oft sollte eine Auffrischung erfolgen, etc. finden sich zahlreich.
*Pertussis = Keuchhusten
*Polio = Kinderlähmung