Eine Chlamydieninfektion ist ähnlich einer Gonorrhö (Tripper) eine weitverbreitete Geschlechtskrankheit. Allein in den USA kommt es laut Schätzungen zu 4 Millionen Ansteckungen pro Jahr. Eine Infektion mit Chlamydien sollte ernst genommen werden, denn wird die Erkrankung nicht behandelt, kann es zur Unfruchtbarkeit kommen.
Was ist eine Chlamydieninfektion?
Clamydien sind eine Gattung sehr kleiner Bakterien, deren Vermehrung und Verbreitung nur in anderen Zellen stattfinden kann.
Die Chlamydienart Chlamydia trachomatis kommt nur beim Menschen vor, wird in Typen von A bis L eingeteilt und löst unterschiedliche Krankheiten wie entzündliche Augenkrankheiten und eben genitale Chlamydieninfektionen (Typ d bis K) aus.
Da den Chlamydien wichtige Enzyme fehlen, können sie sich nur innerhalb von Wirtszellen (meist Schleimhautzellen) vermehren.
Die befallene Zelle platzt, große Mengen an Chlamydien werden freigesetzt, die nun andere Zellen anfallen und zerstören können. Die befallenen Schleimhäute entzünden sich.
Die Ursachen für eine Chlamydieninfektion
Übertragen werden die Chlamydien in den meisten Fällen durch Geschlechtsverkehr, selten durch eine Schmierinfektion. Besonders gefährdet sind Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern und Menschen, die ungeschützten Sex praktizieren.
Tritt ein Neugeborenes durch den Geburtskanal einer infizierten Mutter, kann es sich hier infizieren. Das
Neugeborene kann nach etwa einer bis drei Wochen an einer Augen- oder seltener einer Lungenentzündung erkranken.
Die Symptome einer Chlamydieninfektion
Oft ist eine Chlamydieninfektion mit geringen bis gar keinen Beschwerden verbunden.
Beide Geschlechter sind von der Infektion betroffen.
- Männer: Häufigstes Symptom ist eine Harnröhrenentzündung, bei der es zu ziehenden Schmerzen in der Harnröhre kommt, insbesondere beim Wasserlassen und zu einem eitrigen, schleimigen Ausfluss.
- Frauen: Es kommt zu einem gelb-grünlichen Ausfluss, Unterbauchschmerzen und Brennen während des Wasserlassens, weiters kann es zu Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut, des Gebärmutterhalses und der Eileiter kommen. Besteht die Infektion während der Schwangerschaft, können vorzeitige Wehen, ein verfrühter Blasensprung oder eine Frühgeburt die Folge sein. Ist das Neugeborene auf der Welt, treten häufig Gebärmutterentzündungen auf.
- Beide Geschlechter: Eine Infektion im Bauchinneren ist möglich, ziehende Schmerzen beim Stuhlgang. Weiters kann es zu eitrigem, schleimigen Ausfluss aus dem Enddarm kommen, Schmerzen und Durchfall sind ebenfalls möglich.
Bei rund 25% der Männer bemerken die Betroffenen keine Beschwerden nach der Chlamydieninfektione, bei Frauen sind es 75%. Darum ist es auch möglich, unwissentlich die Krankheit auf Sexualpartner bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu übertragen.
Doch: Auch wenn sich keine Symptome zeigen, entstehen Schäden aufgrund von Narbenbildung auf den Organen, was zu Unfruchtbarkeit führen kann. Darum gilt es, regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen.
Die Behandlung einer Chlamydieninfektion
Behandlung: konventionelle - medikamentöse Therapie, komplementäre Medizin
Konventionell wird eine Chlamydieninfektion mit Antibiotika, insbesondere Tetracycline und Makrolidantibiotika, angewendet.
In der Regel reicht eine 14-tägige antibiotische Behandlung bei unkomplizierten Fällen. Bei schwangeren Frauen werden andere Präparate wie Erythromycin angewendet.
Unerlässlich ist die Mitbehandlung des Partners.
Die komplementäre Medizin bietet einige Behandlungsmöglichkeiten:
- Die Homöopathie
- Die Eigenbluttherapie
- Die biochemische Behandlung nach Schüssler
- Die anthrosophische Medizin
Kann man einer Chlamydieninfektion vorbeugen?
Da es sich bei einer Chlamydieninfektion um eine Geschlechtskrankheit handelt, ist die einzig wirksame Vorbeugungsmaßnahme geschützter Sex mit
Kondomen.
Weitere Informationen zur Chlamydieninfektion
Regelmäßige Untersuchungen beim Gynäkologen für Frauen und beim Urologen für Männer sind wichtig, um eine Chlamydieninfektion rechtzeitig diagnostizieren und behandeln zu können.
Informationen bieten spezielle Foren für Geschlechtskrankheiten im Internet, doch ist der Gang zum Arzt unerlässlich. Wichtig: Kondome benutzen!