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Autismus

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Menschen mit Autismus leiden an Störungen im zwischenmenschlichen Verhalten, in der Kommunikation und haben eine sehr ausgeprägte Selbstbezogenheit. Von 10.000 Kindern erkranken etwa zwei bis vier an Autismus, Jungen sind häufiger betroffen. Die Belastung für die betroffenen Familien ist groß.


Definition – Autismus

Grundsätzlich teilt man autistische Störungen in vier Gruppen:
  • die psychogenen Formen

  • die somatogenen Formen

  • das Kanner-Syndrom

  • das Asperger-Syndrom

Allen Formen ist gemein, dass der Erkrankte an einer extremen Störung im zwischenmenschlichen Verhalten und der Kommunikation leidet. Eltern können oft nur schwer einen Kontakt zu ihrem Kind herstellen. Das belastet und beunruhigt die Eltern sehr. Autismus tritt relativ oft auf, zwei bis vier Kinder von 10.000 sind betroffen. Jungen erkranken häufiger als Mädchen, besonders beim Asperger-Syndrom sind in der Hauptsache Jungen die Patienten. Die Symptome vom Autismus zeigen sich meist noch vor dem dritten Geburtstag des Kindes. Sehr eindrucksvoll wurde im Film „Rainman“ Autismus und die Schwierigkeiten damit zu leben von Dustin Hoffmann dargestellt. Damit konnten viele Menschen erleben, was Autismus für einen Erwachsenen bedeutet.


Was ist die Ursache für Autismus?

Noch gibt es keine hinreichend geklärten Ursachen für Autismus. Angenommen wird eine biologische Ursache. Auch die Genetik scheint eine Rolle zu spielen, denn eng miteinander verwandte Menschen von Autisten leiden deutlich öfter an autistischen oder autistisch-ähnlichen Symptomen.

Beispiel: ist von einem eineiigen Zwillingspaar ein Kind autistisch, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass auch das zweite Kind an Autismus erkrankt, bei über 95%. Bei Geschwistern von autistischen Kindern konnten, auch wenn sie nicht erkrankt sind, geistige Defizite und Sprachentwicklungsstörungen beobachtet werden.


Die Symptome von Autismus

Autismus kann in verschiedene Bereiche unterteilt werden:
  • eine Beeinträchtigung von zwischenmenschlichen Beziehungen, Gefühle anderer Menschen sind autistischen Kindern nicht bewusst

  • eine Beeinträchtigung der Phantasie und der Kommunikation, die Verständigung autistischer Kinder erfolgt weder durch die Körpersprache noch verbal, spielen oder andere phantasievolle Aktivitäten sind sehr mangelhaft ausgeprägt

  • ein eingeschränktes Interesse an Aktivitäten, wiederkehrende Aktivitäten wie der Schulweg oder einkaufen müssen immer gleich ablaufen, das Interessengebiet ist stark eingeschränkt

Weitere Symptome der Erkrankung Autismus sind:
  • der psychogene Autismus – die Kommunikationsfähigkeit ist gestört, Desinteresse und mangelnde Initiative sowie emotionale Gleichgültigkeit

  • der somatogene Autismus - schwere Gehirnschädigungen gehen dieser Form voraus, eine mangelnde Kontaktfähigkeit das hauptsächliche Symptom

  • das Asperger-Syndrom – tritt im zweiten bis dritten Lebensjahr des Kindes auf, in der Hauptsache sind die Kinder in der Kontaktfähigkeit stark eingeschränkt, mittel- bis überdurchschnittlich intelligent und oft sprachlich nicht gestört, die Interessen der betroffenen Kinder sind als ungewöhnlich zu bezeichnen, sie haben oft Wutausbrüche

  • das Kanner-Syndrom – es handelt sich um eine der Hauptformen von Autismus, der auch schon sehr früh (in den ersten Lebensmonaten) auftritt, die Babys suchen nicht den Kontakt zu ihren Eltern und später auch nicht zu anderen Mitmenschen, die Babys schreien, später kann etwa die Hälfte der Betroffenen nie richtig sprechen, sie spielen immer allein und vorzüglich mit Objekten wie Eisenbahnen, die Kinder sind geistig stark eingeschränkt, die Bewegungen wiederholen sich und die Kinder verletzen sich oft selbst

Die Diagnose und der Verlauf der Erkrankung Autismus

Es ist erforderlich, die Eltern sehr gezielt zu den Auffälligkeiten ihrer Kinder zu befragen und mittels Fragebögen ein differenziertes Bild der autistischen Störung zu erstellen. Die Kinder müssen körperlich und psychisch-neurologisch untersucht werden, um mögliche andere Erkrankungen ausschließen oder miteinbeziehen zu können.
Weitere Untersuchungen zur Wahrnehmung (Hören, Sehen) und im Bereich Sozialverhalten, Sprache, Intelligenz und Motorik sind vonnöten, um eine genaue Diagnostizierung zu ermöglichen.

Der Höhepunkt der Erkrankung liegt in der Kindheit, zumeist nehmen die Symptome dann ab. Doch ist der Verlauf sehr individuell und er hängt von der Schwere der Symptome und der jeweiligen Form des Autismus ab. In der Regel ist Autismus chronisch und deshalb ist eine komplette Normalisierung eher selten. Hat ein autistischer Mensch das Asperger-Syndrom, kann er als Erwachsener ein relativ eigenständiges Leben führen, bedarf aber immer der Toleranz seiner Angehörigen. Andere Autisten haben es weniger leicht. Für viele ist eine lebenslange Betreuung in Form von speziellen sozialen Einrichtungen erforderlich.


Die Behandlung von Autisten

Bei einigen Fällen von Autismus können Medikamente, beispielsweise aus dem Bereich der Schizophrenie, eingesetzt werden und die geistigen Fähigkeiten des Betroffenen verbessern. Eine hilfreiche Therapie ist das Verhaltenstraining, wobei hier hauptsächlich mit Belohnungen für das autistische Kind gearbeitet wird. Die Eltern sind stark eingebunden. Bestrafungen sollten nur ganz selten angewandt werden, sind aber oft notwendig, wenn das Kind zum Beispiel dauernd mit dem Kopf gegen die Wand schlägt. Die Bestrafung wird dann mittels Wegnahme des Lieblingsspielzeugs umgesetzt. Eine schöne Methode um das zwischenmenschliche Verhalten zu verbessern ist, das Kind einfach solange in die Arme zu nehmen bis es keinen Widerstand dagegen mehr spüren lässt.

Musiktherapien, ebenso wie Therapien mit Tieren oder Kunsttherapien sind nicht wissenschaftlich belegt, können aber bei speziellen Fällen durchaus erfolgreich sein. Auch Krankengymnastik und eine logopädische Therapie umfassen den Behandlungsplan.

Nicht zu vergessen die Eltern: sie müssen besonders unterstützt werden, denn das Leben mit einem autistischen Kind lässt sie oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Die Eltern müssen wissen, dass nicht ihr Versagen in der Erziehung den Autismus des Kindes ausgelöst hat. Grundlegende umfangreiche Informationen sind unbedingt notwendig, um den Alltag mit dem autistischen Kind gut meistern zu können.


Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

Es gibt keine vorbeugenden Maßnahmen. Doch je früher die autistische Störung erkannt und behandelt wird, umso besser kann ein betroffenes Kind richtig behandelt und individuell gefördert werden.


Infos

Zum Thema Autismus gibt es einiges an Lektüre und viele gute Informationen im Internet. Auch Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen findet man in Deutschland, beispielsweise die Lebenshilfe bietet eine kompetente Unterstützung an. Betroffene Eltern sind tatsächlich sehr gefordert, um mit der Krankheit ihres Kindes umgehen zu können. Am meisten hilft sicher die uneingeschränkte Liebe zum Kind und es anzunehmen wie es nun einmal ist. Mit all seinen Besonderheiten.


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