Bei Augenverletzungen kann es sich um oberflächliche oder perforierende (sog. intraokulare) Verletzungen handeln. Zweitere sind zumeist schwerwiegend und müssen daher operativ behandelt werden. Bei sehr schweren Augenverletzungen wie Verätzungen sind Komplikationen möglich – Folgeschäden bis zur Erblindung sind möglich.
Die Definition von Augenverletzungen
Bei Augenverletzungen können sämtliche Strukturen des Auges betroffen sein wie das Augenlid, die Tränenkanäle, die Hornhaut, die Bindehaut, die Netzhaut, die Muskelstränge des Augapfels und der Sehnerv.
Man unterscheidet oberflächliche und perforierende (intraokulare) Verletzungen.
Da es oft schwierig ist festzustellen, ob die Verletzung lediglich einfach oder doch schwer einzustufen ist, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
Oberflächliche Verletzungen
Dazu zählen insbesondere Beschädigungen an den Augenlidern oder Prellungen und Fremdkörper, die in die Bindehaut oder unter den Lidrand eindringen. Diese Verletzungen können relativ einfach vom Arzt behandelt werden.
Perforierende (intraokulare) Verletzungen
Wenn die Netzhaut, Hornhaut oder gar der Glaskörper des Auges verletzt ist, sind die Verletzungen schwerwiegend und müssen mittels operativer Methoden behandelt werden.
Die Ursachen für Augenverletzungen
Für Augenverletzungen können unterschiedliche Arten von Fremdeinwirkung oder Unfälle verantwortlich sein.
Verletzungsarten können sein:
- Fremdkörper zählen zu den häufigsten Augenverletzungen. Zumeist geraten Fremdkörper (Metallpartikel, Sand, Insekten, etc.) bei Verkehrs- oder Arbeitsunfällen sowie bei Freizeitaktivitäten in die Augen. Oft bleiben Fremdkörper in der Hornhaut stecken, oft verfangen sie sich unter dem Lid (kratzen bei jedem Lidschlag über die Hornhaut) und lösen damit ein unangenehmes Fremdkörpergefühl aus. Gleichzeitig besteht die Gefahr von Entzündungen am Auge, hervorgerufen durch Keime in den Fremdkörpern.
- Prellungen am Auge passieren auch häufig – Grund kann beispielsweise ein stumpfer Aufprall durch einen Tennisball, Sektkorken, Steine oder auch ein Schlag mit einer Faust sein.
- Weiters zählen Verätzungen, Verbrennungen oder Verblitzungen zu den Augenverletzungen. Speziell Verätzungen führen zu sehr schweren Schäden an den Augen, bis zur Erblindung.
- Oft werden die Augen durch Schnitte, Stiche oder Abschürfungen verletzt. Ursachen dafür reichen von falsch eingesetzten Kontaktlinsen bis zu Glasverletzungen beispielsweise durch ein zerbrochenes Brillenglas.
- Ein weiterer Risikofaktor für Augenverletzungen ist eine Operation (Beispiel Grauer Star). Auch während der Geburt kann es zu Augenverletzungen kommen, bei rund 25% der Neugeborenen gibt es Einblutungen in die Netzhaut – das heilt allerdings von selbst wieder ab.
Die Symptome bei Augenverletzungen
Die Symptomatik bei Augenverletzungen richtet sich nach der Ursache der Verletzung und nach dem Schweregrad. Zumeist tränen die Augen, die Bindehaut ist gerötet, der Betroffene verspürt ein unangenehmes Fremdkörpergefühl und zwinkert öfter.
Bei festsitzenden Fremdkörpern treten verstärkt Schmerzen auf, das betroffene Auge ist stark gerötet, die Augenlider können anschwellen und sich krampfartig verschließen, dabei reagiert das unverletzte Auge mit.
Bei Hornhautabschürfungen sind die Schmerzen sehr stark, denn die oberflächlichen Nervenenden liegen frei und das Lid streift diese beim Lidschlag ständig.
Auch bei Blutergüssen infolge von Gewalteinwirkung auf das Auge sind die Schmerzen sehr stark.
Handelt es sich um eine Verblitzung, bemerkt der Betroffene vorerst gar nichts, erst nach Stunden setzt ein Fremdkörpergefühl ein, das mit unerträglichen Schmerzen bis zum Lidkrampf führen kann.
Die Behandlung von Augenverletzungen
Behandlung: kalte Kompressen, antibiotische, desinfizierende Augensalben, Operrationen
Leichte Augenverletzungen werden in der Regel ambulant versorgt oder heilen oft selbstständig aus. Bei manchen Verletzungen helfen kalte Kompressen, bei Hornhautabschürfungen beispielsweise können antibiotische, desinfizierende Augensalben die Heilung beschleunigen.
Schwere Augenverletzungen hingegen erfordern oft Sofortmaßnahmen.
Bei Verätzungen muss das betroffene Auge sofort ausgespült werden (Ringerlösung, notfalls Leitungswasser). Prinzipiell werden perforierende (intraokulare) Verletzungen operativ um unter Vollnarkose versorgt. Danach bekommt der Patient Antibiotika um eine mögliche Entzündung durch Keime zu verhindern.
Blutergüsse könne zu einem bedenklichen Augenüberdruck führen und müssen daher unbedingt behandelt werden. Ein verletzter Sehnerv wird anfangs mit Kortisonpräparaten behandelt, danach muss eine Operation erfolgen.
Ist die Linse verletzt oder verschoben muss dies oft operativ entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt werden. Auch Hornhautverpflanzungen (bei schweren Hornhautverletzungen) können erforderlich sein.
Wenn Fremdkörper in den Glaskörper des Auges eindringen, wird dieser sozusagen operativ ausgeräumt (Vitrektomie).
Die Folgen von Augenverletzungen reichen von einer Fehlstellung der Augenlider, Doppelbildern, Schielen oder Bindehautentzündungen bis zur Netzhautablösung oder dem Grauen Star.
Darum gilt: Augenverletzungen, und seien sie noch so gering verspürbar, immer von einem Augenarzt untersuchen lassen.
Kann man Augenverletzungen vorbeugen?
Durch einfache Methoden kann vielen Augenverletzungen vorgebeugt werden:
- Bei Schweißarbeiten immer Schutzbrille tragen
- Die Unfallverhütungsmaßnahmen am Arbeitsplatz sind uneingeschränkt zu beachten
- Das Tragen von Sonnenbrillen bei starker Sonnenstrahlung sowie auf Schneefeldern
- Niemals direkt in die Sonne blicken
- Eine Sonnenfinsternis ist nur durch geeignete Schutzbrillen zu beobachten
Unfällen kann man schwer vorbeugen; es ist aber immer notwendig, einen Arzt aufzusuchen, um unwiderrufliche Folgeschäden einer Augenverletzung zu vermeiden.
Informationen
Vieles kann man im Internet nachlesen. Aber ein Arztbesuch nach einer Augenverletzung, und sei sie noch so „unerheblich“, ist unerlässlich.