AIDS und HIV bedeuten nicht die gleiche Erkrankung. Eine HIV-Infektion – Humanes Immundefizienz-Virus – kann zu AIDS (erworbenes Immundefekt Syndrom) übergehen. Da AIDS auch heute noch nicht heilbar ist, sind Vorsichtsmaßnahmen (beispielsweise das Verwenden von Kondomen) wichtig, um die Ansteckung mit dem HI-Virus zu verhindern.
Was ist AIDS und HIV?
Eine HIV-Infektion – HIV steht für Humanes Immundefizienz Virus – kann in AIDS (erworbenes Immundefekt Syndrom) übergehen.
Sobald es zu einer Ansteckung mit dem HI-Virus kommt, ist ein Betroffener auf Lebenszeit HIV-positiv. Ein paar Tage bis rund drei Monate nach der Infektion kommt es zu einer akuten HIV-Erkrankung, die sich in typischen Symptomen eines grippalen Infekts zeigt. Danach kann der Infizierte oft jahrelang ohne Beschwerden leben.
Weiß ein Betroffener über die HIV-Infektion Bescheid, ist es möglich, durch neue Medikationen den Ausbruch von AIDS hinauszuzögern. Somit handelt des sich bei HIV praktisch um eine relativ gut behandelbare chronische Erkrankung, bricht aber AIDS aus, ist das lebensbedrohend für den Betroffenen.
90% der HIV-Infektionen werden beim Geschlechtsverkehr übertragen.
Die Ursachen für AIDS und HIV
Zwei HI-Viren Typen sind für die HIV-Infektion verantwortlich:
- Das HIV-1, kommt weltweit vor, die Erbsubstanz (RNA) ähnelt dem Schimpansen AIDS-Virus
- Das HIV-2, kommt vorwiegend in Westafrika vor, das Affen-AIDS-Virus ähnelt in der RNA dem Grünen Meerkatzen Virus
Da die Erbsubstanz des HI-Virus von einer speziellen Eiweißhülle umgeben ist, wird das Andocken des Virus an menschliche Immunzellen (T-Zellen) ermöglicht. Es kommt zur Zerstörung von T-Zellen, das Immunsystem wird geschwächt.
Das HI-Virus wird durch Sperma und Blut übertragen. Dabei sind Menschen, die ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren oder Drogenabhängige, die benutzte Spritzen verwenden, am meisten gefährdet.
Durch Bluttransfusionen ist das Risiko sich zu infizieren wegen strengster Kontrollmaßnahmen auf ein Minimum gesunken.
Inkubationszeit: einige Monate bis mehr als 15 Jahre
Die Inkubationszeit betrifft die Zeit, die zwischen der HIV-Ansteckung und dem Ausbruch von AIDS liegt.
Diese variiert darum so stark, da die Lebensumstände - Faktoren wie werden Medikamente eingenommen, der Lebensstil, die psychische Verfassung oder Erkrankungen sind nur einige von vielen - der Betroffenen unterschiedlich sind.
Die Symptome bei AIDS und HIV
Bei den Symptomen muss ganz klar zwischen einer HIV-Infektion und AIDS unterscheiden werden.
Bei einer HIV-Infektion sind bis auf die grippeähnliche Erkrankung nach der Ansteckung keine weiteren Symptome bemerkbar, der Betroffene trägt aber den Virus in sich.
Wenn es zum Ausbruch von AIDS kommt, leidet der Patient unter einer Vielzahl möglicher Erkrankungen ausgehend von seiner geschwächten Immunabwehr.
Es werden drei Stadien der Krankheit unterschieden, eingeteilt in die Buchstaben A,B und C:
- A = HIV Neuinfektion: Die Symptome gleichen denen einer Grippe.
- B = HIV Begleiterkrankungen, mittleres Stadium: Symptome wie Fieberschübe, Durchfall, Gürtelrose, Nervenerkrankungen, Beckenentzündungen, u.a. treten auf.
- C = AIDS: Hauptsymptom ist extremer Gewichtsverlust, Erkrankungen des Nervengewebes und Gehirns können zu Demenz führen, weiters sind Erkrankungen wie Salmonellen-Infektionen, Tuberkulose, Pilzbefall, Lungenentzündungen, Darminfektionen, Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs, u.a. möglich.
Die Behandlung von AIDS und HIV
Behandlung: Therapie gegen das HI-Virus, Behandlung der Begleitsymptome
In erster Linie richtet sich die Therapie danach, den Ausbruch von AIDS solange wie möglich zu verhindern – durch die Behandlung gegen das HI-Virus.
Wenn AIDS bereits ausgebrochen ist, müssen zudem die Begleiterkrankungen behandelt werden.
Da es bereits gute Ergebnisse in der Forschung mit dem HI-Virus und dessen Bekämpfung gibt, eignen sich verschiedene Medikamente zur Therapie:
- Entry-Inhibitoren bewirken die Hemmung des Einritts des HI-Virus in die menschlichen Zellen
- Reverse-Transriptase-Hemmer blockiert ein Virusenzym
- Intergrase-Hemmer befinden sich noch in der Entwicklung, bauen übersetzte HIV-DNA in die RNA der Immunzellen ein
- Protease-Hemmer sorgen für weniger funktionsfähige HI-Viren in den befallenen Zellen
Mit einer Kombination (meist mehrere Reverse-Transriptase-Hemmer mit Protease-Hemmer) der vorhandenen Medikamente lässt sich die HIV-Infektion bereits gut behandeln, allerdings ist AIDS nicht heilbar.
Es kann vorkommen, dass das HIV-Virus gegen eines oder mehrere Medikamente resistent wird, dann wird es schwierig, eine geeignete Therapie zusammenzustellen.
Grundsätzlich ist die Lebenserwartung von HIV-Infizierten durch die neuen Medikamente gestiegen.
Kann man AIDS und HIV vorbeugen?
Die effektivste Vorbeugung gegen eine HIV-Infektion ist die konsequente Anwendung von
Kondomen beim Geschlechtsverkehr.
Denn: Blut, Scheidenflüssigkeit oder Sperma darf keinesfalls mit verletzten Hautstellen des Partners in Berührung kommen. Beim Sex passieren sehr oft kleine Verletzungen, egal ob vaginal oder anal.
Beim
Oralverkehr darf weder Scheidensekret noch Sperma auf die Mundschleimhaut, die Lippen oder die Zunge gelangen.
Küssen ist unbedenklich, im Grunde ist das Zusammenleben mit einem HIV-Infizierten kein Problem, wenn man diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet!
Kinder, die mit HIV infiziert sind, stellen keinerlei Gefahr für andere Kinder dar, auch wenn es einmal zu einem Kampf kommt.
Einen Impfstoff gegen die HIV-Infizierung gibt es bislang nicht. Drogenabhängige sollten Einmalspritzen verwenden, in allen größeren Städten bekommt man diese kostenlos.
Weitere Informationen zu AIDS und HIV
Das Thema AIDS beschäftigt viele Menschen, weltweit sind über 30 Millionen Menschen infiziert.
Darum ist die Informationsflut auch gewaltig.
Vieles zur Vorbeugung oder dem Umgang mit infizierten Menschen erfährt man in speziellen Internet-Foren. Gute Bücher helfen Erkrankten und deren Angehörigen bei der Bewältigung des Alltags, klären über Behandlungsmethoden und Medikamente auf und auch über die Möglichkeit, auch als infizierte Mutter oder als Frau eines Infizierten gefahrlos ein Baby zu bekommen.