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ADS Aufmerksamkeitsstörung

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Viele Kinder und Jugendliche leiden unter Aufmerksamkeitsstörungen, auch als Konzentrationsstörungen oder Konzentrationsschwächen bekannt. Wobei: Lehrer und Erzieher gehen von bis zu 20 % konzentrationsgestörter Kinder und Jugendlicher aus, die Wissenschaft spricht von höchstens einem bis 3%. Es gibt verschiedene Formen der Aufmerksamkeitsstörungen.


Die Definition der Aufmerksamkeitsstörung

ADS kommt relativ häufig vor und resultiert aufgrund von neuen Studien aus den USA auf biologische Funktionsstörungen der einzelnen Hirnabschnitte im Bereich der Informationsverarbeitung. Nicht nur Kinder sind davon betroffen, auch Erwachsene können an Aufmerksamkeitsstörungen leiden. Angenommen wird, dass ADS eine Stoffwechselstörung im intrazellulären Bereich des Gehirns ist. Das bedeutet: die verantwortlichen Überträgerstoffe (Neurotransmitter), die für das Zusammenwirken der verschiedenen Hirnabschnitte – genau: den Schaltstellen von einzelnen Hirnzellen dafür - verantwortlich sind, wirken nicht optimal.

Betroffen sind jene Gehirnabschnitte, die für die Konzentration, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zuständig sind. Sitz dieser Abschnitte, die ergo für die Verarbeitung und Aufnahme von Sinneseindrücken und Informationen verantwortlich sind, ist in der Hauptsache das Frontalhirn und die Stammganglien.


Was ist die Ursache für ADS?

An sich ist die neurobiologische Ursache für ADS geklärt. Höchstwahrscheinlich liegt der ADS Erkrankung ein Gendefekt zugrunde, denn oft gibt es in den verwandtschaftlichen Verhältnissen mehrere Fälle von Aufmerksamkeitsstörungen. Ursprünglich ging man von einem Sauerstoffmangel bei der Geburt aus, einer perinatalen Hirnschädigung als Auslöser für ADS, doch das stimmt keineswegs und ist nur in äußerst seltenen Fällen die Ursache. Ebenso können Nahrungmittelallergien oder Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittel als Ursache ausgeschlossen werden. Diese können vielmehr eventuell eine bereits bestehende Hyperaktivität verschlimmern.

Falsch ist es, davon auszugehen, dass eine antiautoritäre, oder sonstwie falsche Erziehung, eine falsche Ernährung oder einfach unsere heutige Zeit ADS auslösen. Natürlich können widrige Umstände das Leben der Patienten erschweren.


Typische Symptome von Aufmerksamkeitsstörungen (ADS)

Das Erscheinungsbild von ADS ist sehr vielfältig und reicht vom allgemein bekannten Zappelphillip bis zum zerstreuten Professor. Dazwischen kommt das träumerische Mädchen, der orientierungslose Jugendliche, auch Gesetzesbrecher und Süchtige und depressive oder unstete impulsive Erwachsene.
Die Hauptsymptome sind:
  • die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen

  • eine Störung in der Wahrnehmung und der Verarbeitung von Informationen

  • die Gedächtnisbildung ist gestört – die Erkrankten sind sehr leicht abzulenken, machen nichts wirklich fertig, haben keine Ausdauer, hören nicht wirklich zu, u.v.m.

Fakultative Symptome stehen im Vordergrund und sind:
  • eine eventuelle Hyperaktivität

  • hohe Impulsivität, Gefahr von Unfällen

  • leichte Erregbarkeit, auch Frustrtationsintoleranz, Kritik wird nicht vertragen, Aggressivität und Wutausbrüche

  • die emotionale Steuerung ist mangelhaft, das reicht von Mutlosigkeit bis zu suizidalem Verhalten

  • starkes dissoziales Verhalten, vom Außenseitertum bis zum kriminellen Verhalten

Bei ADS Patienten sind die Ausprägungen aller Symptome sehr unterschiedlich. Die Symptome müssen über ein halbes Jahr andauern und sollten vor dem 7. Lebensjahr auftreten, ansonsten handelt es sich nicht um ADS, sondern um reaktive Teilstörungen.
Sekundärsymptome können sein:
  • Leistungs und Lernstörungen – das reicht vom Störverhalten bis zum auffallend braven und sehr stillen Kind

  • die Teilleistungssstörungen

  • Verhaltensstörungen die schwer reaktiv oder sekundär sein können – innerfamiliäre Störungen in der Interaktion und Integration, oft Suchtverhalten, Depression und mögliches Abrutschen in die Kriminalität


Die richtige Behandlung bei ADS

Ist die Diagnose mittels Anamnese und der Aufarbeitung der Lebensgeschichte des Kindes/Jugendlichen/Erwachsenen gestellt, wird größtenteils medikamentös mit der Behandlung begonnen. Zwar bestehen hier noch viele Unklarheiten und die Gehirnforschung ist noch nicht soweit, und wird es vielleicht nie sein, um zu sagen, ob eine andere Behandlungsmethode effektiver wäre.

Die Verabreichung sogenannter Stimulantien (u.a. Ritalin, D-Amphetamin) ist in vielen Fällen erwiesenermaßen erfolgreich. Eine richtige und korrekte Einnahme der Medikamente kann sogar zu einer Nachreifung der ADS Störung führen. Mit den Stimulantien wird die Funktion der Neurotransmitter normalisiert. Die Menge der Medikamentengabe ist sehr individuell, anfangs werden die Patienten über eine längere Dauer beobachtet. Die Wirkung wird von den älteren Patienten unter anderem so beschrieben: „ich fühle mich ruhig, ich erkenne was Freude am Leben ist, ich kann klar sehen“!

Bei kleineren Kindern sind sofort positive Wirkungen wie ein schönes Schriftbild oder ein besserer Notendurchschnitt bemerkbar. Die Wahrnehmung wird wieder normalisiert, die Voraussetzungen in Schule und Beruf zu bestehen sind nun die Gleichen wie bei allen anderen Menschen. Parallel zur medikamentösen Therapie können auch andere Maßnahmen wie eine Verhaltenstherapie, sonderpädagogische Maßnahmen oder eine gezielte Berufsberatung durchgeführt werden. Es hat sich gezeigt, das alle weiteren Maßnahmen nur nützen, wenn auch die medikamentöse Behandlung erfolgt. Die Behandlung dauert meist viele Jahre, oft das ganze Leben. Ziel ist es, die Patienten in ein normales Umfeld vollständig zu integrieren.


Folgeprobleme

Da ADS nicht wirklich heilbar ist, ist wie oben erwähnt, die Einnahme von Medikamenten vonnöten. Manchmal ein Leben lang. Nimmt man die Aufmerksamkeitsstörungen nicht ernst oder die Symptome werden übersehen, kann das schwere Folgen nach sich ziehen. Vom Suizid bis zum Abrutschen in die Kriminalität und den Missbrauch von Drogen ist alles möglich. Darum ist es unerlässlich, das Kind von Anfang an zu begleiten, ein harmonisches Umfeld zu schaffen und alle nur möglichen Unterstützungen zu leisten. Eine Behandlung kann sich sehr einfach gestalten, kann aber auch unendlich viel Mühe kosten.

ADS Patienten haben viele positive Eigenschaften, wenn sie in ihrem Umfeld – Eltern, Verwandte, Freunde, Lehrer – gestützt werden, entfalten sie positive Eigenschaften wie eine erhöhte Kreativität, sie sind sehr originell und haben eine reiche Fantasie. Sie brauchen Erfolgserlebnisse mehr als alle anderen Menschen.


Kann man ADS vorbeugen?

Da Aufmerksamkeitsstörungen nach neuesten Erkenntnissen genetisch bedingt sind, ist Vorbeugen nicht möglich.

Informationen zu ADS gibt es zahlreiche. Die meisten Ärzte verfügen über Broschüren und können die Patienten an die erfahrenen Fachärzte verweisen. Auch das Internet bietet eine gute Informationsquelle, ebenso die Literatur.
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Kinderkrankheiten


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