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Adipositas (Fettsucht)

Von Adipositas (Fettsucht) spricht man, wenn sich das Körperfett über das Normalmaß hinaus vermehrt. Wenn der Body-Maß-Index (BMI, berechnet aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat) über 30 erreicht, handelt es sich um chronische Adipositas.


Was ist Adipositas (Fettsucht)?

Wenn sich das Körperfett über das Normalmaß hinaus vermehrt und sich das Körpergewicht dadurch erheblich erhöht, spricht man von Adipositas oder Fettsucht.

Die Berechnungsgrundlage ist der sogenannte Body-Maß-Index oder BMI - berechnet aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat.

Liegt der BMI zwischen 30 – 34,5 handelt es sich Adipositas Grad I, bei einem Wert zwischen 35 – 39,9 Grad II, und wenn der BMI bei 40 und höher liegt, bedeutet das Adipositas Grad III.

Durch Adipositas wird das Risiko für Herz-Kreislauf oder Stoffwechselerkrankungen deutlich erhöht. Dazu wird aber nicht nur das Übergewicht beurteilt, sondern auch das Fettverteilungsmuster – am einfachsten gelingt das mithilfe des Taillenumfangs.

Beträgt dieser bei Frauen mehr als 80 cm und bei Männern mehr als 94 cm, ist die Gefahr von Folgerkrankungen gegeben, liegt ein Taillenumfang bei Frauen von mehr als 88 cm vor und bei Männern mehr als 102 cm handelt es sich um eine Bauchfettsucht, durch die es ein stark erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Herz-Kreislaufs sowie Stoffwechsels gibt.

Die Zahl der Menschen mit Adipositas in den westlichen Industrieländern nimmt Jahr für Jahr zu.


Die Ursachen für Adipositas (Fettsucht)

Adipositas entsteht durch eine erhöhte Energiezufuhr, was bedeutet, der Betroffene führt dem Körper mehr Energie (Kalorien) zu als er verbrauchen kann.

Die Gründe für die sogenannte positive Energiebilanz sind unter anderen:

  • Das Essverhalten: Die Ernährung ist oft falsch, es werden zu viel Fette und Kohlehydrate aufgenommen und im Gegensatz dazu zu wenig Ballaststoffe. Weiters spielen Störungen des Essverhaltens, wie zu schnelles Essen, eine Rolle.

  • Unzureichende körperliche Bewegung: Durch den geringen Energieverbrauch kann sich Adipositas leichter entwicklen.

  • Genetische Faktoren: Es wird vermutet, dass der individuelle Stoffwechsel des Menschen (Kalorienverbrauch des menschlichen Körpers im Ruhezustand) genetisch festgelegt ist, was bedeutet, manche Menschen können viel essen und nehmen nicht zu, andere hingegen nehmen schnell zu. Weiters wird das familiäre Essverhalten und die daraus resultierende Häufigkeit von Übergewicht diskutiert.

  • Psychische Ursachen: Angst, Ärger, Stress, Unausgeglichenheit oder auch Langeweile können ein Verursacher für falsches Essverhalten wie Heißhungerattacken oder Frustessen sein.

  • Hormonstörungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion können zu Adipositas führen.

  • Die Einnahme bestimmter Medikamente wie die Antibabypille, Antidepressiva oder Glukokortikoide führen zu verstärkten Hungergefühlen und können so Adipositas auslösen.

  • Weiters kann eine Schwangerschaft, der Verzicht auf Nikotin, eine lange Bewegungsunfähigkeit oder Bettlägrigkeit zu Übergewicht und daraus resultierend Adipositas führen.


Die Symptome bei Adipositas (Fettsucht)

Durch Adipositas können sich viele verschiedene Erkrankungen ausbilden, die die Lebenserwartung deutlich verkürzen können.

  • Diabetes mellitus, insulinresistenter Typ II

  • Störungen des Stoffwechsels, verkalkte Blutwandgefäße, Fettleber oder Gicht sind die Folge

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall, koronare Herzerkrankung sowie Herzmuskelschwäche

  • Lungenerkrankungen wie Kurzatmigkeit, Schlafapnoesyndrom

  • Tumore, Bsp. Gebärmutter, Prostata, Brust, Niere, Rektum, u.a.

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie Gallensteine, Refluxkrankheit, Entzündungen der Gallenblase

  • Gelenksbeschwerden, besonders im unteren Bereich der Wirbelsäule, Arthrosen, Schmerzen in den betroffenen Gelenken

  • Psychosoziale Faktoren: Depressionen entstehen aufgrund Unzufriedenheit und sozialer Ausgrenzung, die körperliche Bewegung ist eingeschränkt, die seelische Belastung wird verstärkt


Die Behandlung bei Übergewicht

Behandlung: Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie, Medikamente, Operation

Crash Diäten sind wegen des Jo-Jo-Effektes sinnlos, die Ernährung muss schnellstens umgestellt werden. Auch Bewegung ist extrem wichtig. Diese Umstellung des Lebensstils kann in einer Verhaltenstherapie erlernt werden.

So ist die Behandlung bei Adipositas in drei wichtige Säulen eingeteilt:

  • Ernährungstherapie: Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie die richtigen Getränke (ausreichende Flüssigkeit)

  • Bewegungstherapie: Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Walken oder Schwimmen, der Sport sollte Spaß machen

  • Verhaltenstherapie: Das Essverhalten wird mit professioneller Hilfe umgestellt

  • Medikamente werden bei einem BMI von über 30 und nur dann angewendet, wenn die Änderung des Lebensstils keinen Erfolg brachte

  • Operation: Bei einem BMI über 40 kann eine Verkleinerung des Magens wirksam sein, doch sind die erheblichen Nebenwirkungen zu bedenken


Kann Adipositas (Fettsucht) vorgebeugt werden?

Ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und ein ausgeglichener Lebensstil beugen Adipositas vor. Wichtig ist es, in den Familien mit dem Umdenken anzufangen, regelmäßige Mahlzeiten und gesunde Ernährung sollte auch für Kinder selbstverständlich sein.


Weitere Informationen zu Adipositas (Fettsucht)

Professionelle Hilfe sollte angenommen werden: Sportmediziner entwicklen gemeinsam mit den Patienten individuelle Pläne für das passende Training, Ernährungsberater helfen beim Zusammenstellen des Ernährungsplanes.

Gute Bücher zum Thema bietet der Buchfachhandel und auch im Internet bekommt man eine Vielzahl an wertvollen Tipps.

Eine Liste aller österreichischen Fachärzte und Therapeuten befindet sich auf unserem Portal.
Einfache Mittel wie gesunde Ernährung oder regelmäßige Bewegung schützen vor extremem Übergewicht – das wiederum schützt vor vielen Krankheiten.
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