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Ernährung bei Verdauungsproblemen

Falsche Ernährung kann zu Verstopfung führen, chronische Verstopfung kann Krankheiten wie Hämorrhoidenleiden oder schlimmstenfalls Darmkrebs auslösen. Darum gilt: Um eine geregelte Verdauung zu haben, empfiehlt es sich, ausreichend zu trinken und ballaststoffreich zu essen. Mit gezielten Ernährungsmaßnahmen kann Verstopfung, Durchfall oder Blähungen entgegengewirkt werden.


Wieso helfen Ballaststoffe der Verdauung?

Bei Ballaststoffen handelt es sich um Nahrungsbestandteile, die nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil vom Körper aufgespalten werden können. Darum gelangen sie unverzüglich in den Dickdarm und Vergrößern das Volumen des Stuhls, wodurch ein schnellerer Transport durch den Darm angeregt wird.

Die Zeit, die der Stuhl im Darm verbringt, verkürzt sich, gleichzeitig wird die Ausscheidung von Cholesterin, Gallensäure und Stickstoff durch die Pflanzenstoffe angekurbelt. Leber, Herz, Nieren und Gefäße profitieren davon.

Empfehlenswert ist eine tägliche Ballaststoffzufuhr von 30g. Sehr viele Ballaststoffe sind beispielsweise in Weizenkleie enthalten (pro 100g Weizenkleie 49,3g Ballaststoffe).

Zum Vergleich: in getrockneten Feigen sind pro 100g Feigen 9,6g Ballaststoffe enthalten oder in 100g Bananen sind 2g Ballaststoffe enthalten.

Über einen langen Zeitraum die Nahrung bei Verdauungsproblemen mit Weizenkleie anzureichern ist aber nicht empfehlenswert. Sinnvoller ist es, ballaststoffreiche Lebensmittel wie Müsli, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Trockenfrüchte, Nüsse und Kartoffeln zu sich zu nehmen.

Stellt man seine Ernährung auf ballaststoffreiches Essen um, kann es anfangs zu Nebenwirkungen wie Blähungen kommen. Darum sollte die Ernährungsumstellung in Schritten erfolgen.

Anfangs hauptsächlich Obst und Gemüse essen, dann Weiß- und Mischbrot gegen Vollkornbrot tauschen. Gut verträglich ist Vollkornknäckebrot oder Grahambrot.

Unser Tipp: Die erste Mahlzeit des Tages mit einem Vollkornmüsli mit Joghurt, Kefir oder Dickmilch beginnen, zum Süßen eventuell Trockenfrüchte verwenden. Das fördert eine gesunde Darmflora.


Ausreichend Flüssigkeit

Im Zuge einer ballaststoffreichen Ernährung muss dem Körper ausreichend Flüssigkeit zugeführt werden. Dadurch quellen die Pflanzenstoffe gut auf, der Stuhl kann besser gleiten. Geeignet sind Wasser, Tees oder Saftschorlen.


Ernährungs-Hilfe bei Verstopfung

Viele Menschen, insbesondere Menschen über 60 Jahren und Frauen, leiden oft unter Verstopfung. In den meisten Fällen kann das Problem auf natürliche Weise behoben werden.

Ballaststoffreiche Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und genügend Zeit für den Gang zur Toilette reichen an sich aus, die Verstopfung zu lösen. Hilft das alles nicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Von der regelmäßigen Einnahme von Abführmitteln ist abzuraten.


Ernährungs-Hilfe bei Durchfall

In den ersten Tagen raten Mediziner, den an Durchfall Erkrankten keine Speisen zu sich zu nehmen. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit in Form von schwarzem oder grünem Tee, gut durchgezogen (mind. 10 Minuten) ist optimal. Dazu kann man Kräutertees trinken.

Fenchel und Kümmeltee helfen gegen Blähungen, Pfefferminze wirkt krampflösend und Kamille antibakteriell. Als Nahrung nach dem Teefasten eignen sich unter anderem pürierte Bananen, geriebene Äpfel, gekochte und pürierte Karotten sowie Weizenschleimsuppe oder Zwieback.

Es sollte weiterhin viel getrunken werden, allerdings ist auf Alkohol, Kaffee und Milch zu verzichten. Auch Cola ist nicht wirklich empfehlenswert, da es den Zweifachzucker Saccharose enthält, der Körper in diesem Zustand aber den Einfachzucker Glukose benötigen würde und das in Cola enthaltene Koffein (und andere Inhaltsstoffe) den Darm weiter reizt.

Insbesondere Kleinkinder und Säuglinge benötigen bei Durchfallerkrankungen sehr viel Flüssigkeit, in der Apotheke bekommt man fertige Glukose-Elektrolytlösungen, die empfehlenswert sind. Milde Kräutertees dürfen auch den Kleinen verabreicht werden. Hört eine Durchfallerkrankung nicht nach drei Tagen auf, ist ein Arzt aufzusuchen.


Ernährungs-Hilfe bei Blähungen

In erster Linie sollten Menschen, die zu Blähungen neigen, blähende Speisen meiden. Dazu zählen unter anderem Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Rosenkohl, Knoblauch, Weizenkleie, Aprikosen oder Vollkornbrot.

Außerdem kann Stress oder zu schnelles Essen zu Blähungen führen. Auch der Genuss kohlesäurehaltiger Getränke, Kaugummikauen oder Rauchen können Blähungen fördern. Weiters sollten künstliche Süßstoffe vermieden werden.

Tipp: Öfter kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, beim Essen wenig sprechen und ein Verdauungsspaziergang ist empfehlenswert.


Weitere Informationen zur Ernährung bei Verdauungsproblemen

Bei länger anhaltenden Verdauungsproblemen, egal ob Verstopfung oder Durchfall, ist ein Arzt aufzusuchen.

Gute Tipps zu alten Hausmitteln findet man im Internet, in Apotheken (eine Liste aller österreichischen Apotheken befindet sich auf unserem Gesundheitsportal) wird man kompetent zu möglichen helfenden Präparaten beraten.


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