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Ernährung bei Lebererkrankungen

Bei Lebererkrankungen ist eine vollwertige und gesunde Ernährung wichtig, insbesondere für den Verlauf der Erkrankung. Diätische Maßnahmen sind nicht sinnvoll. Vormals propagierte Leberdiäten werden nicht mehr angewendet und nur in Ausnahmefällen (Bsp. bei Komplikationen oder Funktionsstörungen) kommt es zu ernährungstherapeutischen Maßnahmen.


Ernährung bei einer Fettlebererkrankung

Eine Fettleber ist eine gutartige Erkrankung, die zumeist allein durch eine Fehlernährung entsteht und zur Schädigung der Leberzellen führt. Werden die Ursachen ausgeschaltet, kommt es in der Regel zur Rückbildung der Verfettung.

Kommt es zu keiner Ernährungsumstellung, schreitet die Leberverfettung allerdings voran und kann zu einer Zirrhose führen. Wichtig ist es, die Ernährungsumstellung und somit die angestrebte Gewichtsreduktion durch langfristige Maßnahmen zu erreichen.

Die Ernährung sollte ausgewogen und vollwertig sein, auf Alkohol ist zu verzichten. Ein kompetenter Ernährungsberater ist die beste Unterstützung – mit einem individuellen Ernährungsplan wird erreicht, weitere Schäden an der Leber zu verhindern. Einseitige Diäten werden nicht empfohlen.


Ernährung bei einer Virushepatitis

Bei einer Virushepatitis handelt es sich um eine Leberentzündung, die durch Viren hervorgerufen werden und einen chronischen Verlauf nehmen kann. Eine spezielle Diät zur Heilung der Erkrankung gibt es nicht, jedoch kann durch eine vollwertige, gesunde Ernährung das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden.


Trotz geringem Appetit sollte ausreichend gegessen werden, hier ein paar Tipps:
  • Die Speisen appetitlich anrichten.

  • Die Mahlzeiten auf den Tag aufteilen: Mehrere Speisen zu sich nehmen, Zwischenmahlzeiten wie einen Apfel oder ein Joghurt essen, unbedingt einmal am Tag warm essen.

  • Öfter die Lieblingsspeisen zubereiten.

Bei manchen Hepatitis-Patienten kommt es zu Lebensmittelunverträglichkeiten. Da dies sehr individuell ist, sollte jeder Patient gezielt auf Lebensmittel verzichten, die er nicht verträgt, Allgemeine Richtlinien gibt es keine.


Ernährung bei einer Leberzirrhose

Bei einer Leberzirrhose wandeln sich die Leberzellen in Narben- und Bindegewebe um. Ursache sind jahrelang andauernde, nicht ausgeheilte, Lebererkrankungen. Solange die Leber noch ihre Funktion ausfüllen kann, müssen keine diätischen Maßnahmen erfolgen – eine vollwertige, gesunde Ernährung ist optimal.


Ernährung bei Komplikationen infolge einer Leberzirrhose

Eine Mangelernährung ist eine Komplikation bei Leberzirrhosepatienten, die entscheidend für
Therapieerfolg und Prognose ist. Fehlernährte Patienten neigen unter anderen zu Infektionen oder Aszites (Bauchwassersucht).

Darum sollte bei einer Leberzirrhose auf Anzeichen für Mangelernährung wie Müdigkeit, die Abnahme der Muskelmasse oder eine verminderte Leistungsfähigkeit geachtet werden.


Bei einer Mangelernährung ist darauf zu achten dass
  • dem Körper genügend Energie (evtl. spezielle Pulver, hochkalorische Trinknahrung,etc., nur in Rücksprache mit dem Arzt oder Ernährungsberater) und Nährstoffe zugeführt wird

  • pro kg Körpergewicht 1,2 g Eiweiß zugeführt werden (empfehlenswert sind pflanzliche Eiweiße wie Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, u.a.)

  • Fette verwendet werden wie Sahne, Butter, Pflanzenöle und fettreiche Milchprodukte gegessen werden.

Wenn es zu einer Bauchwassersucht (Aszites) kommt, muss die Kochsalzzufuhr eingeschränkt werden. Insbesondere ist der Verzehr von Fertiglebensmitteln wie Fertigsuppen oder Saucen, Fertiggerichten, Gemüsekonserven, Chips, gesalzenen Nüssen oder Salzheringen einzuschränken bzw. zu vermeiden.
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Eine leberbedingte Hirnleistungsstörung (hepatitische Enzephalopathie) entsteht durch Vergiftungserscheinungen durch Substanzen, die die Leber nicht mehr ausreichend abbauen kann (beispielsweise Abbauprodukte vom Eiweißstoffwechsel). Kommt es dazu, ist es oft erforderlich, die Eiweißzufuhr auf ärztliche Anforderung zu reduzieren.

Eine weitere Komplikation während einer Leberzirrhoseerkrankung können Krampfadern in der Speiseröhre sein. Diese entstehen durch den schlechten Blutfluss in der Leber aufgrund der Einlagerung von Bindegewebe.

Dadurch werden kleine Gefäße im Bereich der Speiseröhre und des Magens wesentlich stärker durchblutet, sie sind prall gefüllt und können leicht reißen, wodurch es zu lebensgefährlichen Blutungen kommen kann.

Geschützt werden können diese Krampfadern durch gutes Kauen der Nahrung und Zerkleinern. Ein Verzicht auf alle scharfkantigen Lebensmittel wie Zwieback, Knäckebrot, harte Kekse, Chips oder scharf Gebratenes ist wichtig.


Weitere Informationen zur Ernährung bei Lebererkrankungen

Alle Ärzte und Ernährungsberater halten Listen bereit, wo Leberkranke sich orientieren können, welche Lebensmittel zu einer ausgewogenen Ernährung zählen und worauf sie eher verzichten sollten.

Es ist erforderlich, Ernährungsumstellungen immer mit dem behandelnden Arzt zu besprechen und unterstützend einen Ernährungsberater zurate zu ziehen. Die Ernährung ist besonders im Krankheitsfall individuell zu gestalten.


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