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Ernährung bei Gicht

Gilt galt früher als Erkrankung der Adeligen und reichen Menschen. Der Wohlstand hat zugenommen, die falsche Ernährung allerdings auch. Darum ist Gicht gegenwärtig weit verbreitet. Durch eine, in der Hauptsache vegetarische Ernährung und eingeschränkten Alkoholkonsum können schmerzhafte Gichtanfälle vermieden werden.


Ernährung bei Gicht

Da bei Gichtkranken die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren gestört ist und sich dabei Säure im Blut anstaut, ist es das Ziel der Behandlung, den Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken.

Eine purinarme Ernährung kann in Kombination mit den richtigen Medikamenten die erhöhten Harnsäurewerte gut in den Griff bekommen. Die purinarme Diät verhilft dem Patienten oft dabei, die benötigte Medikamentendosis zu verringern oder oft können sie ganz abgesetzt werden.


In welchen Lebensmitteln sind viele Purine enthalten?

Purine sind in den Zellkernen enthalten, folglich sind Lebensmittel mit vielen Zellen purinreich. Dazu gehören Innereien wie Leber, Nieren oder Bries und Muskelfleisch sowie Wurst. Von welchem Tier das Fleisch oder die Innereien stammen, hat kaum Einfluss auf den Puringehalt.

Purinreich ist insbesondere die Haut von Geflügel, Fisch (Hering, Sardellen, Lachs, etc.), Meerestiere (Hummer, Miesmuscheln, etc.) und die Schwarte vom Schwein. Diese Lebensmittel sind unbedingt reduziert zu verzehren oder bestenfalls wegzulassen.

Auch pflanzliche Lebensmittel enthalten unterschiedlich viele Purine, so sind Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen und Sojabohnen) und auch Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Spinat und Pilze beinhalten relativ viele Purine.

Frei von Purinen sind beispielsweise Milch und Milchprodukte, Fette und Öle, Kürbis, Honig, einige Obstsorten und Stärke. Um den an Gicht erkrankten Menschen die Wahl der Lebensmittel zu erleichtern, gibt es Lebensmitteltabellen (Bsp. bei allen Ärzten, im Internet), die zum leichteren Verständnis gleich den Harnsäurewert (Puringehalt) des jeweiligen Nahrungsmittels beschreiben.


Puringhalt (Harnsäurewert) in Lebensmitteln, Beispiele:

Lebensmittel 100g enthalten mg/Harnsäure

  • Rinderleber -> 360

  • Hühnerkeule -> 160

  • Frische Erbsen -> 150

  • Tomaten -> 10

  • Äpfel -> 15


Die Zubereitung und Lagerung der Lebensmittel

Frische Lebensmittel enthalten weniger Purine als länger gelagerte, denn während der Lagerung entstehen niedermolekulare Verbindungen (purinhaltige Verbindungen), die der Darm leichter aufnimmt und die Harnsäurekonzentration im Blut ansteigen lässt.

Kochen ist dem Braten vorzuziehen, da die Purine zu einem großen Teil ins Kochwasser übergehen. Dann darf allerdings das Kochwasser nicht weiter verwendet werden. Vorteilhaft ist es, bei Geflügel und Fisch die Haut zu entfernen.


Alkohol

Sin die Purinwerte hoch, ist Alkohol tabu, denn durch Alkohol steigen die Harnsäurewerte im Blut ebenso an, denn durch den Alkohol wird die Harnsäureausscheidung gehemmt.

Zudem enthält Bier viele Purine. Alkoholfreies Bier enthält zwar Purine, aber keinen Alkohol und ist darum vorzuziehen. Umgekehrt ist es mit dem Wein: Dieser enthält zwar keine Purine, dafür viel Alkohol.


Gewicht

Eine weitere wichtige Säule bei Gichterkrankungen ist das Körpergewicht. Sinnvoll ist eine dauerhafte Reduzierung von Übergewicht mit gesunder Ernährung (kalorienreduzierte Mischkost, ovo-lakto-vegetarische Kost, Vollwert-Ernährung mit Gicht-Ernährungs-Ausrichtung) und ausreichend Bewegung. Fett sollte nur sparsam verwendet werden.


Zusammenfassend kann festgestellt werden:

  • Die Purinaufnahme muss verringert werden. Die Kost richtet sich nach der Höhe der Harnsäurewerte und sollte genau mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Es gilt in jedem Fall: Fisch und purinreiche Gemüse seltener essen, auf Hülsenfrüchte, Innereien und Krustentiere verzichten, bei Fleisch auf die Fleischart achten.

  • Den Alkoholkonsum einschränken, bzw. bei hoher Harnsäurekonzentration im Blut ganz darauf verzichten.

  • Bestehendes Übergewicht dauerhaft abbauen.


Weitere Informationen zur Ernährung bei Gicht

Hilfestellungen zur Ernährung bei Gicht bieten alle Ärzte (eine Liste aller österreichischen Ärzte befindet sich auf unserem Gesundheitsportal) sowie Ernährungsberater.

Auch im Internet finden sich viele wertvolle Tipps, ebenso erhält man im Buchfachhandel interessante Lektüre zum Thema.


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