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Omas Hausmittel Mythen

Bei Erkältungen, Rückenbeschwerden und anderen gesundheitlichen Problemen wird gern auf Hausmittel zurückgegriffen. Auch für den Haushalt gibt es eine Fülle nützlicher Tipps, die auf den verschiedenen Eigenschaften natürlicher Stoffe beruhen. Doch was ist dran an Omas Rezepturen? Helfen die alten Hausmittel wirklich?


Hausmittel gegen Erkältung

In der kalten Jahrezeit plagt manchen der Schnupfen, der Husten und Kopf und Gelenke tun weh. Besonders gegen die ersten Symptome von Erkältung oder grippalem Infekt gibt es viele Empfehlungen. Zur innerlichen Anwendung gibt es den Tipp, den Saft von Zwiebeln mit Zucker oder schwarzem Rettich mit Kandiszucker zu trinken. Dazu wird der Rettich ausgehöhlt, mit dem Zucker gefüllt und gewartet, bis Saft entsteht. Riecht zum Teil unangenehm, schmeckt nicht so besonders, ist aber durchaus wirkungsvoll.

Doch die viel gepriesene heiße Zitrone hat außer einem angenehmen Geschmack keine Wirkung zu bieten. Obwohl das enthaltene Vitamin C die Immunabwehr stärken soll, reagiert es leider hitzeempfindlich und wird durch das heiße Wasser wirkungslos. Selbst der beigefügte Honig ändert nichts daran, denn auch er wird bei über 30 °C Erhitzung wirkungslos. Wirkungsvoller ist statt dessen ein heißer Kräutertee mit heilenden ätherische Ölen, wie beispielsweise der Fencheltee gegen Husten.

Holundersaft wurde hingegen bereits von Hildegard von Bingen und sogar von Hippokrates empfohlen. So wirken getrocknete Holunderblüten schweißtreibend und erleichtern das Abhusten bei Erkältungskrankheiten, vor allem, wenn man den Saft schwarzer Holunderbeeren vor dem Schlafengehen bei Erkältungen in Form einer Kur anwendet. Dies wurde nun auch pharmakologisch nachgewiesen und bestätigt.

So wird Holunderblütentee für eine Schwitzkur hergestellt: Man übergießt zwei Teelöffel Holunderblüten pro Tasse mit kochendem Wasser. Dann muss das Getränk fünf Minuten ziehen. Diesen Tee sollte man bei Erkältungen 2-3 Mal täglich, jedoch besonders am Abend trinken. Jedes Mal sollten ein bis zwei Tassen so heiß, wie man es vertragen kann, getrunken werden.


Rezepte

Gegen Husten nimmt man 10 g getrocknete Holunderbeeren, die in 150 ml kaltem Wasser fünf Minuten lang eingeweicht werden. Dann wird die Flüssigkeit zum Kochen gebracht und muss etwa eine Minute sprudelnd kochen. Nachdem der Tee 10 Minuten gezogen ist, kann er durch ein Sieb gegossen und getrunken werden.

3 Esslöffel Holundersaft, vermischt mit 10 Tropfen Pfefferminzöl werden in einem Liter heißen Wasser verrührt und die Dämpfe mehrmals pro Tag für je 10 Minuten eingeatmet. Dies hilft gegen Nebenhöhlenentzündung. Bei starkem Druckgefühl oder pochendem Schmerz ist jedoch der Arzt aufzusuchen.


Immunsystem stärken durch viel Vitamin C?

Die Deutsche Ernährungsgesellschaft wies nach, dass wir mehr Vitamin C durch unsere Nahrung zu uns nehmen, als wir müssten. Natürlich ist der Genuss von Obst und Gemüse gesund, doch auch große Mengen an Zitrusfrüchten, Kiwis und anderen Vitamin-C-Lieferanten bewahren nicht vor grippalen Infekten oder Erkältungen. Nachweislich hilft das Vitamin C nicht gegen die Erkältungserscheinungen, dies hat eine umfangreiche Auswertung von 55 Studien der letzten 65 Jahre ergeben.


Kamille hilft gegen Entzündungen

Diverse Entzündungen lassen sich gut mit Kamille behandeln. Die beruhigende Wirkung eines Kamillentees bei leichtem Unwohlsein, Gurgeln gegen Hals- und Zahnschmerzen oder die Kamillen-Handcreme gegen Risse kennen die meisten. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn man unter einer Bindehautentzündung den Augen leidet.

Oft empfahl man, Wattebausche mit Kamillentee zu tränken und auf die Augen zu legen. Allerdings reizen die kleinen Härchen der Kamille das Bindegewebe zusätzlich und verschlimmern die Entzündung.

Auch eine Allergie droht, wenn man gegen Kamille empfindlich ist. Der Tee ist zu scharf für die Verwendung am Auge. Augenspezialisten empfehlen alternativ das Reinigen der Augen mit klarem Wasser bei einer Bindehautentzündung, was auch von Betroffenen als angenehm beschrieben wird.
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