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Allgemeines zu Heilpflanzen und ihre Wirkung

Bereits seit dem Altertum sind Heilpflanzen und ihre Wirkung bekannt. So wurden schon damals verschiedene Pulver und Pasten aus getrockneten Pflanzen und Gräsern sowie Rinden, Harze und Früchte zur Behandlung der verschiedenen Krankheiten verwendet.


Die Heilpflanzenkunde - Pharmakologie

Im alten Ägypten stellten Priester die ersten Zäpfchen, Pulver und Salben her. Auch die Hebräer, die Assyrer, die Sumerer und die Chinesen kannten Hunderte von Heilpflanzen und wussten, gegen welche Leiden die pflanzlichen Essenzen einzusetzen waren.

In der Antike setzten Araber, Römer und auch Griechen die Heilpflanzen in Form von Extrakten zu Heilzwecken ein. Dioskurides, ein berühmter Mediziner der damaligen Zeit, schrieb seine Kenntnisse in bedeutenden Werken über Heilpflanzen und ihre Wirkung nieder. Auch der bekannte Arzt Hippokrates setzte sich mit den Heilpflanzen und Kräutern auseinander. Etwa 1000 Jahre lang wurden diese Schriften weitergegeben und dienten lange Zeit als Basis für unsere heutige moderne Medizin.

Heutzutage sind Heilkräuter und Pflanzen gut erforscht und die Heilpflanzenkunde stellt einen eigenen wissenschaftlichen Zweig dar, die Pharmakologie. Experten können belegen, dass die Heilpflanzen der Vorbeugung und Heilung von Krankheiten dienen können. Dennoch sollten sie nicht als Allheil- oder Wundermittel betrachtet werden. Bei vielen alltäglichen gesundheitlichen Problemen, auch bei akut auftretenden oder chronischen Erkrankungen sind die wertvollen Wirkungen der Heilpflanzen jedoch besonders effektiv. Behandelt wird mit Tee, Extrakten oder Tinktur. Die Forschung prüft zurzeit, ob bestimmte Inhaltsstoffe in Naturheilmitteln die Wirkung der enthaltenen Heilkräuter noch beeinflussen.

Ein Beispiel für eine Heilpflanze, deren Wirkstoffe in Versuchen isoliert werden konnten und wo die heilende Wirkung bewiesen ist, ist der Fingerhut. In hoher Konzentration sind diese giftig, in niedriger Dosis jedoch ideal zur Therapie eines schwachen Herzens. Ebenso nutzt die moderne Medizin zur Muskelerschlaffung den Wirkstoff Curare des Pfeilgiftes der südamerikanischen Indianerstämme für eine Narkose.


Die Wirkung

Welche Wirkung Heilpflanzen entfalten hängt von ihrem Wirkstoffgehalt ab. Dieser wird durch den Standort, die Beschaffenheit des Bodens, das Klima und die Besonnung beeinflusst, aber auch durch die Ernte, die Trocknung und die Lagerung der Pflanzen.

In der Küche werden verschiedene Heilpflanzen zur natürlichen Behandlung von Krankheiten eingesetzt. So sind es zum Beispiel ätherische Öle, Bitterstoffe, Vitamine oder Mineralstoffe, die sich häufig in unseren Lebensmitteln und Kräutern finden.

Ätherische Öle dienen der Behandlung von Erkältungen und stoppen Entzündungen. Sie lösen Krämpfe im Magen-Darm-Bereich oder im Bronchialraum. Die Nierentätigkeit und Harnausscheidung werden angeregt, ebenso steigert sich der Appetit und der Mensch wird allgemein gestärkt. Orange, Zitrone, Pfefferminze oder Eukalyptus sind reich an ätherischen Ölen.

Bitterstoffe oder Amara regen die Drüsensekretion in der Mundhöhle und im Magen an. Sie unterstützen auch die Verdauung mit Hilfe der Galle. Dadurch regulieren sie den Stoffwechsel und wirken Appetit fördernd. Sie sollen sogar in alternativen Therapien gegen Krebs schon erfolgreich eingesetzt worden sein. Lebensmittel, die viele Bitterstoffe enthalten, sind u. a. Chicorée, Rucola oder Grapefruit.

In Pflanzen finden sich häufig sekundäre Pflanzenstoffe, wie zum Beispiel Bio-Flavanoide. Sie beeinflussen die Blutgerinnung und stärken die Gefäßwände. Außerdem kräftigen sie Herz und Kreislauf. Auch harntreibende Wirkungen schreibt man den Flavanoiden zu. Die Inhaltsstoffe in Heilpflanzen sind so genannte Radikalfänger und sollen dadurch sogar vorbeugend gegen Krebs wirken. Selbst das Langzeitgedächtnis lässt sich mit Hilfe bestimmter Flavanoide verbessern.Viele Lebensmittel enthalten diese so genannten Antioxidantien. Besonders wirksam sind Flavanoide aus Äpfeln, Heidelbeeren, grünem Tee oder Zwiebeln. Aber auch Zitronen, dunkle Schokolade und Weintrauben enthalten Flavanoide. Allerdings macht Milch die natürliche Wirkung der Flavanoide zunichte.

Gerbstoffe helfen aufgrund ihrer zusammenziehenden und bindenden Wirkung bei Verletzungen an Schleimhäuten und Haut. Gerbstoffe fördern den Auswurf bei Erkältungskrankheiten Die Widerstandsfähigkeit gegen diverse Krankheitserreger wird durch sie außerdem erhöht. Die so genannten Tanine sind in grünem und schwarzen Tee sowie trockenem Wein enthalten. Birkenrinde gilt als adstringierender (zusammenziehender) Badezusatz.

Kieselsäure, die in verschiedenen Heilpflanzen enthalten ist, dient den Haaren, den Nägeln, der Haut und dem Bindegewebe. Saponine erleichtern das Abhusten bei Erkältungen, da sie den Schleim verflüssigen. Bestimmte Inhaltsstoffe leiten auch Wasser und andere Flüssigkeiten aus dem Körpergewebe (Ödeme) aus. Zusätzlich helfen Saponine gegen Rheuma, Entzündungen und Unreinheiten der Haut und soll auch Cellulite mildern. Kieselsäure ist in Getreide- und Getreideprodukten (Gerste, Hafer, Hirse, Weizen) enthalten. Weiterhin findet sich Kieselsäure in Kartoffeln, Obst, ballaststoffreichem Gemüse und in Bambussprossen.

Schleimstoffe sind unter anderem in Spuren in Himbeere, Hibiskus, Mais, Oregano oder Arnika enthalten. Sie bestehen aus Kohlenhydraten und quellen in Verbindung mit Wasser auf zu einer dickflüssigen Lösung. Diese wirkt als Schutzfilm über den Schleimhäuten mildernd bei Reizungen.

Vitamine, Mineralstoffe sowie Spurenelemente besitzen vielfältige Funktionen. Sie fördern die Heilung, ermöglichen den reibungslosen Ablauf von diversen chemischen Reaktionen und dienen als Gewebsbausteine. Vitamin C beispielsweise ist in Sanddorn oder Kiwi enthalten, Sauerkraut enthält u. a. das Vitamin B12. Trinkwasser und Pilze, z. B. Shitake enthalten Mineralstoffe.
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