In der Schwangerschaft muss nicht wirklich mehr gegessen werden als vorher, auch wenn das Kleine jetzt „mit isst“. Ein erhöhter Kalorienbedarf besteht kaum. Allerdings sollte der Nährstoffanteil in der Ernährung überdacht und eine gesunde Ernährung realisiert werden.
Die Schwangerschaft: Zeit voller gesundem Genuss
Der Kalorienbedarf einer Schwangeren erhöht sich ab dem vierten Monat um etwa 250 bis 300 Kilokalorien. In der Nahrungsmenge fällt dies kaum auf. Es müssen also nicht plötzlich riesige Mengen gegessen werden. Dies führt sonst in aller Regel nicht zu einer besseren Versorgung des Babys, sondern lediglich zu einer höheren Gewichtszunahme im Verlauf der Schwangerschaft.
Die gesunde Ernährung während der Schwangerschaft
Viel wichtiger ist es dagegen, sich gesund zu ernähren. Dazu gehören so viel frisches Obst und Gemüse wie möglich. Auch Vollkornprodukte gehören unbedingt auf den Ernährungsplan. Sie kurbeln das gesamte Verdauungssystem an, welches den meisten Frauen im Verlauf der Schwangerschaft Probleme bereitet. Stark zucker- oder fetthaltige Produkte sollten vermieden werden, ebenso Fast Food und Lebensmittel, die mit Konservierungsstoffen versetzt sind. Milchprodukte wie Joghurts oder Käse und natürlich Milch selbst sorgen für eine ausreichende Calcium-Versorgung, die das Baby dringend für sein Wachstum benötigt.
Was passiert bei einer ungesunden Ernährung?
Das Baby bezieht einen großen Teil der Nährstoffe, die es benötigt, nicht aus den Nahrungsmitteln, die die Mutter zu sich nimmt, sondern aus ihren Vorratsspeichern im Körper. Wenn sie also nicht genügend Nährstoffe zu sich nimmt, werden irgendwann die eigenen Nährstoffreserven knapp werden. Wenn zu wenig Calcium zu sich genommen wird, kann dies schnell zu Problemen mit Fingernägeln, Haaren und den Zähnen führen, da der Calcium-Bedarf des Babys sehr hoch ist.
Übrigens hat Mutter Natur hierfür einen praktischen Schutzmechanismus eingebaut: die Heißhungerattacken. Wenn der Körper bemerkt, dass eine bestimmte Nährstoffreserve langsam zur Neige geht, sendet er in der Regel ein Signal an das Gehirn, dass es Hunger nach einem Lebensmittel melden soll, das den entsprechenden Nährstoff enthält.
Die wichtigsten Nährstoffe in der Schwangerschaft
Folsäure: Folsäure wird während der gesamten Schwangerschaft in erhöhter Menge benötigt. Da es nicht lange im Körper gespeichert werden kann und noch dazu meist nicht in ausreichender Menge in der Ernährung zu finden ist, wird in der Regel die Einnahme eines Folsäurepräparates empfohlen. In der Ernährung ist Folsäure in grünem Blattgemüse und Tomaten zu finden, aber auch Zitrusfrüchte wie Zitronen oder Orangen sind gute Folsäurelieferanten.
Jod: Der Jodmangel ist in Europa ein recht verbreitetes Phänomen, etwa ein Drittel der Bevölkerung ist betroffen. Da er beim Fötus jedoch Entwicklungsstörungen verursachen kann, sollte in der Schwangerschaft die Jodaufnahme erhöht werden. Eine gute Quelle für Jodsalz ist der Verzehr von Meeresfisch.
Calcium: Wer gerne Milchprodukte wie Käse, Joghurt oder Milch zu sich nimmt, wird wahrscheinlich keine Probleme haben, den erhöhten Calcium-Bedarf in der Schwangerschaft zu befriedigen. Alle anderen können auch auf bestimmte Gemüsesorten zurückgreifen. Brokkoli, Grünkohl und Lauch bieten sich hier besonders an. Auch mit Calcium versetztes Mineralwasser kann eine gute Quelle für Calcium sein.
Verbotene Lebensmittel
Es gibt auch Lebensmittel, die während der Schwangerschaft aufgrund von Gesundheitsrisiken und Infektionen tabu sein sollten:
- rohe Eier und daraus zubereitete Gerichte (z. B. Tiramisu)
- Rohmilch und Rohmilchprodukte (z. B. aus Rohmilch hergestellter Käse)
- rohes Fleisch/Wurstprodukte (z. B. Tartar, medium gebratenes Steak, Mettwurst)
- roher Fisch (z. B. Austern, Sushi)
- Seefische wie Heilbutt, Steinbeißer oder Thunfisch (häufige Belastung durch Methylquecksilber)