Wenn es zu einer Lidhauterschlaffung kommt, geschieht das am häufigsten im hohen Lebensalter. Doch auch jüngere Menschen können aufgrund erhöhter Sonneneinwirkung oder Schlafmangel betroffen sein. Eine Lidhauterschlaffung kann sowohl Ober- wie auch Unterlid betreffen und durch eine operative Lidstraffung behoben werden.
Lidstraffung – Beratung und Operation
Vor der Operation wird ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem plastischen Chirurgen geführt. Der gesundheitliche Zustand sowie die Wünsche und Möglichkeiten werden abgeklärt, ein Sehtest vorgenommen und die Produktion der Träneflüssigkeit kontrolliert.
Patienten, die Brillen- oder Kontaktlindenträger sind, sollten die Sehbehelfe und den letzten Befund des Optikers (oder Augenarztes) mitbringen. Das Vorgespräch entscheidet auch über die Art und Weise der OP und ob alle vier Lider behandelt werden sollten.
Der Eingriff an sich gilt als unkompliziert und dauert je nachdem, ob zwei oder vier Lider operiert werden, zwischen ein und drei Stunden. Begonnen wird in der Regel mit den oberen Lidern, die OP findet unter örtlicher Betäubung und Beruhigungsmitteln statt. An den oberen Lidern wird der Schnitt in den Falten gelegt, an den unteren direkt und nah unter den Wimpern. Fett wird entfernt, überschüssige Haut und Muskelgewebe wird zurechtgeschnitten. Danach vernäht der Chirurg die Schnitte mit feinen Nähten. Wenn an den unteren Lidern Fett entnommen werden sollte, ohne Haut zu entfernen, kann der Chirurg mit der Bindehaut arbeiten, dass bedeutet, er legt den Schnitt an der Innenseite der der unteren Lider. Keine sichtbaren Narben entstehen. Diese Methode wird primär bei jüngeren Patienten mit elastischerer und dickerer Haut angewendet. Nach der OP wird ein sogenanntes Lidpflaster aufgebracht, welches nach rund 3 bis 5 Tagen abgenommen werden kann.
Die Risiken einer Lidstraffung sowie Nebenwirkungen und Nachbehandlung
Nach dem Eingriff wird der Patient Schmerzen verspüren, Schwellungen und blaue Flecken werden gekühlt – hilfreich ist es, mit hoch gelagertem Kopf zu schlafen. Augentropfen können Abhilfe bei Trockenheitsgefühl oder Juckreiz schaffen; es kann zu einer kurzzeitigen Überempfindlichkeit gegenüber Licht kommen, ebenso ist eine vermehrte Produktion der Tränenflüssigkeit möglich. Nach rund einer Woche, nachdem die Fäden gezogen sind, ist das allgemeine Gefühl jedoch schon wesentlich besser, auch optisch ist dann nicht mehr viel vom Eingriff zu sehen. Lesen und fernsehen können die Patienten in etwa drei Tage nach der OP, Kontaktlinsen können erst nach rund zwei Wochen wieder getragen werden.
Schwere körperliche Tätigkeiten oder Sport sind für eine bestimmte Zeit zu meiden, ebenso Alkohol, da dieser die Flüssigkeitsausscheidung hemmen kann. Zu allgemeinen Komplikationen kann es auch nach einer eher risikolosen Lidstraffung kommen. Spezifische Nebenwirkungen sind verschwommenes Sehen oder das unsymmetrische Abheilen und Narbenbildung. Manchmal können Patienten beim Schlafen ihre Lider nicht mehr ganz schließen, dies erfordert eine weitere OP oder es entstehen kleine weiße Punkte an den Stellen, wo die Fäden gezogen wurden. Diese kann der Chirurg mit einer feinen Nadel beseitigen. Selten kann es zu herabhängenden Unterlidern kommen, wenn zu viel Haut entfernt wurde - darum sind erfahrene Chirurgen auch eher zurückhaltend bei der Entfernung der Haut. Kommt es zu hängenden Augenlidern, muss eine neuerliche Lidplasitik vorgenommen werden.
Die Kosten einer Lidstraffung
Für die oberen oder unteren Augenlider kann man mit rund 1.200 bis 1.500 Euro je Augenpaar rechnen, wird eine Komplett-OP durchgeführt, liegen die Kosten bei rund 2.500 Euro. Liegen medizinische Einschränkungen vor und die Schlupflider behindern den Patienten, übernehmen die Krankenkassen einen Kostenanteil oder die Gesamtkosten.
Lidstraffung – Fazit
Die Augen sind ein wichtiger Faktor unserer Ausstrahlung und Persönlichkeit, der erste Blick des Gegenübers betrifft die Augenpartie. Darum entscheiden sich auch viele Menschen für eine Lidstraffung, wenn die Gegend um die Augen nicht mehr ästhetisch erscheint. Eine Korrektur der Lider gilt als populäre und oft durchgeführte kosmetische Operation. Oft behindern Schlupflider aber die Sehmöglichkeiten des Patienten, für ihn ist die Lidstraffung eine medizinische Notwendigkeit. Lidstraffungen sind eher als risikolos einzustufen, doch sollten mögliche Risiken und Nebenwirkungen eingehend mit dem behandelnden Chirurgen besprochen werden.
Weitere Informationen zur Lidstraffung
Bei allen Ärzten, Augenärzten (eine Liste aller in Österreich praktizierenden Ärzte befindet sich auf unserer Gesundheitsseite) und auch Optikern erfahren Interessierte vorab einiges zum Thema Lidstraffung. Interessante Bücher zum Thema kann man im gut sortierten Buchfachhandel erhalten.