Bei Knochenbrüchen werden offene und geschlossene Brüche unterschieden. Auch bei kleinen Brüchen wie bei Fingerfrakturen ist ein Arzt hinzuzuziehen. Offene Brüche könnten sich infizieren, darum sollten größere Wunden auch sofort gestillt und keimfrei abgedeckt werden. Bevor man falsche Sofortmaßnahmen setzt, ist es vernünftig, einen Notarzt zu rufen.
Wie erkennt man einen Knochenbruch?
Unterschieden werden geschlossene und offene Knochenbrüche. Im Gegensatz zum offenen Bruch, wo auch schon kleinste Wunden mit (oder ohne) Blutungen dazugehören, ist die Haut beim geschlossenen Bruch unverletzt. Bei offenen Wunden können sich Infektionen entwickeln.
Ein sicheres Zeichen für einen Knochenbruch ist:
- Wenn die Gliedmaßen sich in einer abnormen Stellung befinden
- Wenn Knochensplitter oder Knochenenden gut sichtbar in einer Wunde zu erkennen sind (offener Bruch)
- Wenn man im Bereich der vermuteten Bruchstelle Reibgeräusche vernimmt
- Wenn der mögliche betroffene Bereich sich abnorm bewegen lässt, aber Vorsicht: nicht bewegen!
Weiters können Schwellungen, Schmerzen, Blutergüsse oder Schwierigkeiten beim Bewegen oder in der Schonhaltung auf einen Knochenbruch hinweisen.
Besteht der Verdacht auf einen Knochenbruch, sind folgende Erste Hilfe Maßnahmen notwendig:
- Wenn möglich ist der Puls, das Bewusstsein und die Atmung zu kontrollieren und im Notfall sind lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten
- Den Rettungsdienst alarmieren (144, Euro Notruf 112)
- Ist der Bruch offen, gilt es die Blutung zu stillen und keimfrei abzudecken
- Der betroffene Bereich ist ruhig zu stellen, beispielsweise auf einem Kissen zu lagern oder mit einem Tuch fixieren
- Beruhigen des Betroffenen, notfalls in Schocklage bringen: Der Betroffene wird flach auf den Rücken gelegt und die Beine erhöht, nicht mehr als 40 bis 50 cm. Ideal ist es, darunter beispielsweise eine zusammengerollte Decke zu legen. Die Schocklage wird beispielsweise bei verwirrten, unruhigen, blassen verletzten Menschen angewendet, um eine Bewusstlosigkeit zu verhindern.
- Niemals die Bruchstelle bewegen
- Ist der Bruch geschlossen, die betroffene Stelle kühlen, beispielsweise mit kalten, nassen Tüchern, es darf kein Druck ausgeübt werden.
Der Verletzte sollte nichts mehr trinken oder essen, es könnte eine Operation unter Narkose nötig sein.
Wann muss man mit einem Knochenbruch zum Arzt?
Bei einem Knochenbruch ist es immer empfehlenswert, den Notarzt zu rufen. Auch kleine Brüche, wie eine Fingerfraktur oder ein Bruch in der Fußregion müssen immer ärztlich versorgt werden.
Weitere Informationen zu Knochenbrüchen
Auch wenn ein Knochenbruch oft dramatisch aussieht, es ist wichtig, die Ruhe zu bewahren, damit hilft man dem Verletzten am meisten.
Bei kleinen Knochenbrüchen empfiehlt es sich, ein Krankenhaus aufzusuchen, denn der Patient kann umgehend ambulant behandelt werden.
Ein Tipp: Es ist nützlich, sein Wissen bezüglich Erste-Hilfe-Maßnahmen aufzufrischen (Erste-Hilfe-Kurse, Rotes Kreuz, auch Online möglich), man weiß nie, in welche Situation man kommt und kann nur effizient helfen, wenn man weiß wie.
Eine Liste aller österreichischen Ärzte und Krankenhäuser befindet sich auf unserem Gesundheits-Portal.