Jedes Kind kennt den Satz der Mutter, wenn es darum geht, den verhassten Spinat aufzuessen: „Iss deinen Spinat auf, dann wirst du groß und stark, denn Spinat ist der beste Lieferant für wertvolles Eisen überhaupt!“ Aber stimmt das denn auch?
Spinat – Vielgehasst und „Eisenlieferant“ Nr. 1
Die Behauptung, dass Spinat der beste Eisenlieferant ist, den es gibt, ist eine glatte Ernährungslüge, denn Spinat hat einen eher mickerigen Eisengehalt von gerade einmal etwa 2,2 Milligramm auf 100 Gramm. Wenn man dagegen den Eisengehalt von Hülsenfrüchten wie Erbsen, Bohnen oder Linsen betrachtet, kommt der Spinat sehr schlecht weg, denn Hülsenfrüchte beinhalten dreimal so viel Eisen. Was man dem Spinat allerdings lassen muss: Er ist ein sehr guter Lieferant für die Vitamine C und E sowie für wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente.
Woher stammt diese Ernährungslüge?
Der Mythos, dass Spinat viel gesundes und wertvolles Eisen beinhaltet, wurde im Jahre 1980 in die Welt gesetzt. Der Ernährungswissenschaftler Gustav von Bunge hatte den Eisengehalt von Spinat erforscht, aber leider an einer Portion trockenem Spinat. Dabei hatte er allerdings nicht bedacht, dass frischer Spinat zu rund 90 Prozent nur aus Wasser besteht, wodurch sich natürlich der Eisengehalt im Vergleich zur trockenen Variante stark nachteilig verändert. Herr von Bunge hat also berechnet, dass eine Portion Spinat von ca. 100 Gramm einen enormen Eisengehalt von ungefähr 35 Milligramm hat. Wäre ihm der folgenschwere Fehler nicht passiert, dann hätte er festgestellt, dass Spinat nur durchschnittliche 2,2 Milligramm pro 100 Gramm an Eisen erhält und dies ist sehr wenig.
Wer liefert mehr Eisen?
Fast alle tierischen Produkte sind bessere Kandidaten für einen guten Eisenhaushalt. Innereien wie zum Beispiel Leber, viele Wurstsorten wie Rotwurst und auch diverse andere Fleischsorten sind wesentlich besser als Eisenlieferanten geeignet. Aber auch pflanzliche Produkte wie beispielsweise Vollkornbrot oder auch Vollkornnudeln, Milch, Quark, Käse, Nüsse, alle Hülsenfrüchte und auch Haferflocken haben sehr viel mehr Eisen als der besonders bei Kindern so verhasste Spinat.
Hat Spinat andere Vorzüge?
Wie soll man Kindern den Spinat schmackhaft machen, wenn das Argument mit dem hohen Eisengehalt nicht mehr zählt? Vielleicht könnte man sagen, dass Spinat sehr viele wichtige Vitamine wie C und E, Mineralstoffe und auch wertvolles Magnesium und Folsäure in großen Mengen enthält. Außerdem gilt Spinat als ein richtiges Gesund- und Wohlfühlgemüse, denn er enthält so genannte Carotinoide und die können Stress und schädliche Umwelteinflüsse abbauen. Wenn man so will, dann ist Spinat ein gutes Anti-Aging-Mittel, denn die Körper- und vor allem die Hautalterung können durch einen regelmäßigen Spinatgenuss verlangsamt werden.
Das
Spinat Rezepte viel Eisen besitzt ist eine Ernährungslüge, denn sogar Schokolade hat mehr Eisen. Trotzdem ist der Spinat sehr gesund und sollte bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung nicht fehlen. Für Kinder und Jugendliche ist er eine wichtige Vitaminquelle und sollte ruhig öfter auf den Tisch kommen, auch wenn es mal lange Gesichter gibt.