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Das Neugeborene

Neugeborene brauchen einige Zeit, um sich von dem Erlebnis der Geburt zu erholen und richtig auf der Welt außerhalb des Mutterleibs anzukommen. Je sanfter der Empfang des Babys stattfindet und je mehr auf die Bedürfnisse des Babys eingegangen wird, umso leichter fällt ihm die Umstellung.


Entwicklung

Das Neugeborene nimmt seine Umwelt schon sehr aufmerksam wahr, bleibt aber noch nicht lange bei der Sache, sondern dämmert schnell weg. Am meisten fasziniert sind die winzigen Menschlein von Gesichtern, die nah vor ihrem eigenen Blickfeld erscheinen.

Wenn das Neugeborene gehalten wird, sollte der Abstand zwischen 25 und 30 Zentimeter betragen. In diesem Bereich können Neugeborene gut sehen. Alles, was dahinter liegt, wird nur verschwommen wahrgenommen.

Neben Gesichtern erwecken knallige Farben oder die Farben Schwarz und Weiß die volle Aufmerksamkeit des Neugeborenen. Die Kleinen müssen sich erst in der Welt außerhalb des Uterus zurecht finden und lieben deshalb engen Körperkontakt. Sie möchten viel herumgetragen, gewiegt und gestreichelt werden.


Gesundheit

In Österreich unterliegen die einzelnen Vorsorgeuntersuchungen dem Mutter-Kind-Pass-Untersuchungsprogramm. Es umfasst fünf Untersuchungen der Schwangeren sowie neun Untersuchungen des Kindes. In Deutschland werden die einzelnen Vorsorgeuntersuchungen in Basisuntersuchungen von U1 bis U10 unterteilt.

Noch im Kreißsaal findet die allererste Untersuchung des Babys statt. Dabei werden die sogenannten Apgar-Werte genommen. Beurteilt werden Gewicht, Größe, Hautfarbe und ob das Kleine selbständig atmen kann. Die Apgar-Werte sollten im Normalfall zwischen 9 und 10 liegen, dann ist alles in Ordnung. Gibt es Abweichungen von der Norm, sind genauere Untersuchungen notwendig. Später wird dem Baby noch ein wenig Fersenblut entnommen, um zu überprüfen, ob angeborene Stoffwechselstörungen oder andere Krankheiten vorliegen, die einer umgehenden Behandlung bedürfen.

Die zweite Vorsorgeuntersuchung für das Baby, findet bei stationärem Aufenthalt ebenfalls noch im Krankenhaus statt. Das ist zwei bis drei Tage nach der Geburt der Fall. Im Rahmen dieser Untersuchung findet ein Ultraschall des Kopfes, der Hüften und der Nieren statt.

Seit einigen Jahren wird die Sonographie der Nieren standardmäßig durchgeführt, weil immer mehr Fehlbildungen der Harnwege bei Neugeborenen festgestellt wurden. Je früher diese erkannt werden, umso besser ist der Behandlungserfolg. Eltern, die eine Hausgeburt oder eine ambulante Geburt anstreben, sollten sich früh genug um einen geeigneten Kinderarzt kümmern, der die Mutterkindpass- bzw. U2 Untersuchung bei dem Baby durchführt.


Ernährung

Wenn alles glatt läuft, wird das Neugeborene kurz nach der Geburt noch im Kreißsaal angelegt, um die Vormilch, das wertvolle Kolostrum, zu trinken und mit dem Saugreflex die Milchproduktion in Gang zu bringen. Selbst wenn Wöchnerinnen nicht stillen wollen, sollten sie ihrem Baby die kostbare Vormilch gönnen, denn sie enthält eine geballte Ladung Nährstoffe und noch mehr Abwehrstoffe, die der Winzling in der Welt außerhalb des Bauches unbedingt braucht.

Dass Muttermilch die beste Ernährung für Babys ist, ist sicher kein Geheimnis. Dennoch muss keine Mutter ein schlechtes Gewissen haben, wenn es mit dem Stillen nicht klappt oder wenn sie nicht stillen will. Die heutigen Babynahrungen sind so konzipiert, dass das Kleine auch mit Flaschennahrung bestens versorgt wird. Neugeborene erhalten normalerweise die sogenannte Pre-Milch, sehr hungrige Naturen müssen aber bereits nach einigen Tagen auf die nächst-höhere Stufe eingestellt werden.


Dies & Das

Neugeborene schlafen sehr viel. Ihre wachste Phase haben sie, nachdem sie sich von den Strapazen der Geburt erholt haben. Danach pendelt sich die Schlafenszeit auf bis zu 17 Stunden pro Tag ein, wobei die Schlafphasen viele Unterbrechungen haben, zum Beispiel wenn das Kleine Hunger hat, was in der ersten Zeit durchaus alle 1 1/2 bis 2 Stunden der Fall sein kann.

Eine volle Windel macht Neugeborenen noch nicht so viel aus, aber das Bedürfnis nach Nahrung und Nähe sollte so schnell wie möglich befriedigt werden. Vielen Neugeborenen ist die Welt außerhalb der Gebärmutter fremd, sie finden sich nur schwer zurecht und schreien viel. Dagegen kann das Pucken helfen, bei dem das Baby eng in ein Tuch oder eine Decke gewickelt wird, so dass ein Gefühl wie im Uterus entsteht. Die meisten Babys beruhigen sich sehr schnell, wenn sie gepuckt werden.
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