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Shiatsu

Bei Shiatsu handelt es sich um eine in Japan entwickelte, kraftaufwendige Massageform. Zumeist wird mit den Daumen kräftiger Druck auf die Akupunkturpunkte des Körpers ausgeübt. Die Grundlage des Shiatsu basiert auf der Vorstellung, dass in allen Lebewesen eine dynamische Energie existent ist.


Shiatsu – Grundsätzliches

Die japanische Shiatsu-Methode ist eine Synthese zwischen Akupunktur und Massage. Übersetzt bedeutet Shiatsu: shi – Finger und atsu – Druck. Entwickelt wurde die eigenständige Form der ganzheitlichen, manuellen Körperarbeit von Tokujiro Namikoshi – er gründete 1940 die erste japanische Shiatsu-Schule.

Schon im Alter von 7 Jahren entdeckte der kleine Namikoshi den Wert des Shiatsu, denn seine Mutter litt an rheumatoider Arthritis. Shiatsu orientiert sich an der einheitlichen und dynamischen Ordnung des Universums, basierend auf fernöstlichem Wissen.

Ziel einer Shiatsu-Behandlung ist der Ausgleich und die Erneuerung der Vitalität, das Aufrechterhalten sowie die Stärkung der Einheit von Körper, Geist und Seele, eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte und ein Entgegenwirken eines Ungleichgewichtes von Yin und Yang.

In der Regel beginnt der Shiatsu Praktiker mit einer Diagnose zum ausgleichenden Gewicht von Yin und Yang, eine Ähnlichkeit zur traditionellen chinesischen Medizin. Je nach Diagnose behandelt der Therapeut die Yin Yang Meridiane mit Druck seiner Daumen auf die bestimmten Punkte. In manchen Fällen werden auch die Handballen, Ellenbogen oder Knie eingesetzt, was sich unter Umständen schmerzhaft für den Patienten auswirken kann. Hat ein Patient nach der Anamnese besonders viel von einer Lebenskraft, wird die andere stimuliert, denn nur durch den Ausgleich können viele Krankheiten behandelt werden.

Die Behandlung findet zumeist am Boden auf einer Matte statt, oft in der freien Natur. Die Drucktechnik, Intensität, Dauer sowie die Art und weise der Stimulation sind individuell und variieren von Patient zu Patient. Erreicht werden sollte ein Auflösen von Blockaden und das störungsfreie Fließen der Energie.

Ursprünglich wurde der Patient ohne Bekleidung behandelt, heute ist leichte Kleidung während des Shiatsu die Regel. Aus der Shiatsu-Methode haben sich mehrere ähnliche Methoden entwickelt wie das Wasser-Shiatsu oder die ganzheitliche Shiatsu-Therapie.


Shiatsu – Wirkung, Anwendungsgebiete und Nebenwirkungen

Yin und Yang, Meridiane und Akupunkturpunkte sind reine chinesische, philosophische Thesen und nicht wirklich existent. Darum gilt Shiatsu als eher zweifelhafte medizinische Praxis. Doch wie alle Massagetechniken kann Shiatsu entspannend wirken und gegebenenfalls auch das Wohlbefinden steigern. Es gibt wenige wissenschaftliche Studien zu Shiatsu, die eine Wirkung belegen könnten. Shiatsu wird vor allem bei inneren Heilungs- und Wachstumsprozessen, wie beispielsweise in der Menopause, angewendet.

Doch auch konkrete Beschwerden wie funktionale oder psychosomatische Störungen werden behandelt. Weiters zählen Migräne, Kreislaufbeschwerden oder gynäkologische Beschwerden und vieles mehr zu den Indikationen.

Kontraindikationen sind beispielsweise geistige Verwirrung oder Drogeneinnahme des Patienten. Ist eine Patientin schwanger oder ein Patient leidet an Diabetes, gilt es, besondere Shiatsu-Maßnahmen anzuwenden und diese mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abzusprechen. Als Nebenwirkungen können ob der doch starken Kräfte beim Druck Verletzungen sein wie Blutergüsse oder gar Knochenbrüche bei älteren Menschen mit einer Osteoporose. Es kam laut Berichten während einer Shiatsu-Behandlung des Kopfes oder Halses schon zu retinalen und zerebralen Arterienembolien.


Shiatsu – Fazit

Grundsätzlich basiert Shiatsu auf den Energieflusses von Yin und Yang. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege zu einer tatsächlichen Wirksamkeit gegen Erkrankungen.

Eine Shiatsu-Behandlung kann durch die grobe Anwendung von Druck, durchaus zu Schmerzen oder Verletzungen führen. Bei mehreren Anwendungen kommt es durchaus zu einer Verbesserung der einzelnen Beschwerden und es führt zu Wohlbefinden für Körper, Geist und Seele.


Weitere Informationen zu Shiatsu

Die Ausbildung zum Shiatsu-Praktiker beträgt mindestens 3 Jahre. Beim österreichischen Dachverband für Shiatsu können Interessierte Adressen von praktizierenden Therapeuten in ihrer Umgebung erfragen. Zum Thema Shiatsu gibt es reichlich Literatur im Buchfachhandel.


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