Bei Ayurveda handelt es sich um eine sehr alte, indische Gesundheitslehre, deren Basis das Finden des Gleichgewichts von Körper und Geist ist. Übersetzt heißt Ayurveda soviel wie „Wissen um das Leben“. Ayurveda ist sehr umfassend, so kommen Heilmittel, Diäten, Yoga, Massage oder spirituelle Ansätze wie die Mediation zum Einsatz.
Ayurveda – Grundsätzliches

In Indien ist Ayurveda seit mindestens 5000 Jahren bekannt und wird nach wie vor praktiziert. Ayurveda umfasst eine Vielzahl verschiedener Anwendungen in der Behandlung. Es gehören unter anderen pflanzliche Heilmittel, Yoga (Übungen), Diäten, Entschlackungsverfahren, Massagen, Spirituelles und Ernährungslehre zur medizinischen Tradition.
Wichtige Elemente sind unter anderen:
- Die Pflanzenheilkunde
- Massagen und Reinigungstechniken
- Spirituelles Yoga
- Die Ernährungslehre
Gesund ist der Mensch nach der Ayurveda-Lehre, wenn es ein Gleichgewicht der körperlichen, spirituellen und emotionalen Energien gibt. Sind diese Elemente im Ungleichgewicht, wird der Mensch krank, durch die Ayurveda-Behandlung kann die notwendige Balance wieder hergestellt werden. Grundsätzlich gelten in der ayurvedischen Tradition alle möglichen Erkrankungen als behandelbar.
Ein ayurvedischer Praktiker wird den Patienten untersuchen, die Krankengeschichte aufnehmen und die Art des Ungleichgewichts diagnostizieren. Ziel der Behandlung ist es, durch bestimmte Verordnungen, wie beispielsweise Ernährungsumstellung, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Oft werden ayurvedische Arzneimittel verordnet. Die Sitzung kann eine halbe bis eine Stunde dauern. Empfohlen sind mehrere Sitzungen, oft ein Jahr lang.
Paradox ist beispielsweise, dass in der ayurwedischen Tradition empfohlen wird, das zu essen oder trinken, was in der Heimat wächst. Nun werden aber den Patienten importierte indische Produkte empfohlen und angeboten. Ein Widerspruch in sich, denn tatsächlich ließen sich verschiedene Störungen mit heimischen Kräutern oder Anwendungen durchaus behandeln.
Ayurveda – tatsächliche Wirkung
Die gesamte ayurvedische Medizin wurde noch nicht in Studien erforscht, allerdings Teile davon. So kann Yoga durchaus als positiv eingestuft werden, denn die gesundheitlichen Auswirkungen auf Herz und Gefäße sind erwiesen. Weniger geeignet ist laut Studie eine indische Massage bei Schlaganfallpatienten.
Die ayurvedischen Heilmittel bestehen zu einem Großteil aus pflanzlichen Bestandteilen und können bei Leiden wie Akne, Diabetes, Verstopfung, Adipositas oder rheumatoider Arthritis durchaus wirksam sein. Allerdings sind wenige „Beweismittel“ vorhanden, sodass eine Empfehlung nur bedingt weitergegeben werden kann.
Nach Tests der ayurvedischen Therapie- oder Diagnoseverfahren und dem Vergleich mit westlichen Standards, kommen die Wissenschaftler zu keinen ausschließlich positiven Ergebnissen. Selbst in Indien sind die Verfahren umstritten.
Die ayurvedischen Arzneimittel kommen ständig in den Ruf, Schwermetalle wie Blei zu enthalten; ob es sich um eine unabsichtliche Kontamination oder absichtliche Beimengung handelt, ist nicht geklärt. Diese Substanzen sollten eine positive Wirkung auf den Menschen haben – doch das kann ohne Diskussion ausgeschlossen werden, Schwermetalle sind hochgiftig.
Ob die Ernährungslehre als gesund einzuschätzen ist, sei auch dahingestellt. Die Hauptmahlzeit stets mittags einzunehmen geht leider nicht immer, Zwischenmahlzeiten sind aber nicht erlaubt. Als richtig erweisen sich sicher Regeln wie frische Lebensmittel essen oder viel Wasser und Kräutertee trinken.
Ayurveda – Fazit
Eine Bewertung zur ayurvedischen Medizintradition abzugeben ist sehr schwer. Ayurveda besteht aus vielen Elementen, von denen manche tatsächlich empfehlenswert sind, wie Yoga.
Andere Elemente jedoch sind noch nicht ausreichend geprüft und teileweise sogar gefährlich, wie viele pflanzliche Präparate. In Indien selbst sind viele traditionelle Elemente der ayurwedischen Heilpraktiken verloren gegangen - heute bekommen die Inder eine Mischung aus Kräutermedizin und Aberglauben verabreicht.
Weitere Informationen zu Ayurveda
Da Ayurveda eine vielgestaltige Heilpraktik darstellet, gibt es auch unzählige Bücher zum Thema. Indische Standardwerke wie „Sushruta Samhita“ oder „Chakara Samhita“ bekommt man in übersetzter Form.
Die Ausbildung zum ayurvedischen Praktiker erfordert in unseren Breiten keine medizinische Grundkenntnis, in Indien ist ein Medizinstudium Voraussetzung.